Berufsfeuerwehr Nürnberg 1875 - 1933

Bei Beratungen über den Voranschlages für das Löschwesen 1875, durch den Verwaltungsrat der Feuerwehr wurde am 12. Oktober 1874 beschlossen, beim Magistrat zu beantragen, dass ein eigener Brandmeister anzustellen sei.

Dieser Antrag wurde am 22. Januar 1875 genehmigt und außerdem noch:

  • Die Errichtung einer Zentralfeuerwache im Schrannengebäude mit einer Besetzung von 30 Mann und einer Bespannung von 10 ev. 12 Peuntpferden.
  • Die zeitweilige Belassung zweier Nebenfeuerwachen ( im Rathaus und Laufertor ) mit je 9 Mann Besatzung.

Im Juli 1875 wurde die Wache der Bauhandwerker ins ehemalige Schrannengebäude am Kornmark verlegt.

Die Wache bestand aus Telegraphen und Beamtenzimmer, drei Wachlokalen, Zimmer für die Knechte, Stallung für 16 Pferde, Requisitenboden und Dienstwohnung für den städtischen Brandmeister.

Am 21. Januar 1876 wurde durch den Magistrat beschlossen, dass zur bestehenden Bauhandwerker- Kompanie sämtliche beim Stadtbauamt beschäftigten, diensttauglichen Arbeiter zu ziehen sind, wodurch eine 80 Mann starke städtische Löschkompanie gebildet wurde. Im gleichen Jahr löste sich die Freiwillige Turn- und Feuerwehr in Wörth auf

1877 waren folgende Wachen wie folgt besetzt.

  • Hauptfeuerwache mit 9 Mann der städtischen Feuerwehr
  • 11 Mann der Turnerfeuerwehr und 1 Röhrenmeister
  • Rathauswache 1 Mann der Freiwilligen Turn- und Feuerwehr
  • Tiergärtner- und Laufertorwache mit je 7 Mann der Freiwilligen Turn- und Feuerwehr

Der Mannschaftstand betrug damals:

Städtische Feuerwehr: 76 Mann
Freiwillige Feuerwehr des Turnvereins: 108 Mann
Freiwillige Turn- und Feuerwehr: 196 Mann
Pflichtfeuerwehr: 885 Mann

 

 

 

 

1878 wurde die seit 1872 bestehende Telegraphen - Anlage erneuert und auf den damaligen Stand der Technik gebracht.

Sie bestand aus 4 getrennten Telegraphen Linien ( Meldelinien ) mit je 1 Morseapparat, der zum Empfang von telegraphischen Feuerzeichen und 75 Feuermeldestellen geeignet war, ferner aus 5 Alarmweckerlinien zur Alarmierung der Feuerwehrbeamten mit je 15 Alarmglocken.

Durch die Einführung der neuen Telegraphen- Anlage, konnten die bestehenden Turmwachen auf eine im Lorenzerturm und eine im Vestnerturm beschränkt werden.

1881 wurde die lang geplante Feuerwache am Maxtor bezogen. Diese Wache wurde in der Nacht von 14 Mann der Freiwilligen Turn- und Feuerwehr besetzt, gleichzeitig wurden die Wachen im Rathaus und am Tiergärtner Tor aufgelöst.

Von großen Wert war 1883 die Verlegung von der Schlosser-, Schmiede- und Zimmermannswerkstatt vom Bauhof in die Hauptfeuerwache, so konnte auch unter Tags eine ständige Wache in Bereitschaft gehalten werden.

Auf Anregung der Gesamtfeuerwehr wurde am 2. Oktober 1891 der öffentliche Turmalarm bei Feuersgefahr aufgehoben, womit die Einrichtung aus früheren und frühsten Zeiten verschwand.

1891 erhielt der damalig Brandmeister den Titel Branddirektor, seine Stellvertreter wurden zu Brandmeister ernannt,

Nachdem bereits im Jahre 1889 die Reinigung der Straßen unter die Verwaltung der Feuerwehr gestellt wurde, konnten hierzu Arbeiter eingestellt werden, die sich gleichzeitig für den Feuerwehrdienst eigneten. So konnten unbrauchbare Männer aus der städtischen Feuerwehr ausgemustert werden und durch brauchbare ersetzt werden.

1895 wurde in der Hauptfeuerwache eine Sanitätswache errichtet. Der Dienst in dieser Wache wurde jedoch von Berufssanitätern versehen. Von Seiten der Stadt wurden diese Wache durch die Anschaffung eines Sanitätswagen und Bespannung mit Pferden unterstützt.

1898 Wurden 13 Vororte dem Stadtgebiet einverleibt. Die bestehenden Freiwilligen Feuerwehren wurden beibehalten.

Durch die Vergrößerung des Stadtgebietes, und die immer größer werdenden Entfernungen von der Hauptfeuerwache wurde 1900 die Errichtung der Nebenfeuerwache ,, West" beschossen.

Die Nebenwache ,,West" wurde zwischen 1900 und 1902 mit einen Kostenaufwand von 320000 Mark gebaut und am 1. Mai 1902 mit 14 Mann der städtischen Feuerwehr bezogen.

Die Wache wurde damals nach den neuesten Erkenntnissen gebaut. Geräte und Stallung für die Pferde, befanden sich im selben Gebäude wie die Mannschaft. Die Tore konnten nach den Anspannen der Pferde automatisch von Kutschbock aus geöffnet werden. 

Die Beleuchtung der gesamten Wache war elektrisch und die Telegrafenanlage auf den neuesten stand. In den Nebengebäude wurde eine Schlosserei, Schmiede, und eine Zimmererwerkstatt mit den allerneuesten Arbeitsmaschinen eingerichtet. Bei der Einweihung der Wache wurde den anwesenden Bürgermeister Dr. v. Schuh vorgeführt, dass zwischen der Alarmierung und den Abrücken der Löschmannschaften nur 45 Sekunden vergehen.

Der Mannschaftsstand 1902 betrug:

  • Abteilungen innerhalb der Stadt:

Städtische Feuerwehr: 155 Mann
Freiwillige Feuerwehr des Turnvereins: 233 Mann
Freiwillige Turn- und Feuerwehr: 142 Mann
Zusammen: 530 Mann

 

 

 

 

  • Abteilungen in den Vororten:
18 Freiwillige Feuerwehren: 1090 Mann
2 Fabrikfeuerwehren: 70 Mann
Zusammen: 1690 Mann

 

 

 

Sämtliche Abteilungen standen unter den Kommando des Branddirektors bzw. seines Stellvertreters.

Die Besetzung der Wachen bestand:

  • Hauptwache während des Tages mit 14 Mann des Werkstattpersonals bestehend aus Schlossern, Zimmerleuten und sonstigen Arbeitern während der Nacht aus 9 Mann der städtischen Feuerwehr unterstützt von 8 Mann der freiwilligen Abteilung des Turnvereins.
  • Nebenwache ,,West' mit 14 Mann der Städtischen Feuerwehr bei Tag und Nacht.
  • Nebenfeuerwache am Maxtor nur während der Nacht mit 10 Mann der Freiwilligen Turn- und Feuerwehr.
  • Die Wachen im Stadttheater , Apollotheater und Intimen Theater wurden durch die städtische Feuerwehr besetzt.

Zwischen 1908 und 1912 wurde zur weiteren Verbesserung des Brandschutzes im Osten der Stadt die Feuerwache ,, Ost" in der Veilhofstraße errichtet.

Diese wurde ebenfalls nur mit Feuerwehrmännern der städtischen Feuerwehr besetzt.

Die Wache bestand aus einem Hauptgebäude, indem die Feuerwehrfahrzeuge untergebracht wurden. Auf der Wache Ost wurden keine Pferdefuhrwerke untergebracht, sondern der Löschzug bestand aus motorisierten Fahrzeugen.

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