Fewerpüchl 1449

Diese Feuerordnung , die sich im k. Archive in Nürnberg (cod. perg. s. XV. 4°. Nr. 306) befindet, wurde offenbar mit Rücksicht auf den Krieg, dessen Ausbruch gerade in jenen Tagen drohte, abgefasst.

 fewerpüchl

 

Nota eine Ordnung und Geschick ob Feuer hier in der Stadt auskomme, wer dazu laufen oder mit was Zeug ein jeder, der dazu geordnet wird, kommen, und wie es damit gehalten werden soll.

Zum ersten, ob des Nachts ein Feuer auskomme, man schlug an die Sturmglocken oder nicht, so sollen die Scharwächter das den Hauptleuten, die über das Feuer gesetzt sind, und auch den Viertelmeistern desselben Viertels, do es innen brennt, an alles verziehen zu wissen tun, und die Scharwächter sollen danach von Stunde an wider an ihr Ordnung der wach gehen.

So sollen sich die oben gemeldeten Hauptleute und Viertelmeister denn von Stunde an zu dem Feuer fügen, die Leute, die dazu gehören, anschicken und organisieren und nach dem besten dafür sein, das solches Feuer gelöscht und andere Dinge nach Notdurft vorgenommen und gehandelt werden.

Es sollen auch die Scharwächter unter dem Rathaus, wenn Feuer aufgehet, das von Stunde an den Bürgermeistern und auch den Hauptleuten, die über das Feuer gesetzt sind, und auch dem Soldmeister zu wissen tun, wo es brennt; doch das ihr einer oder zwei all wegen unten im Rathaus bleiben sollen.

Es sollen auch alle Scharwächter gebunden sein, wenn des Nachts Feuer auskommt, das sie denn allenthalben desto fleißiger in ihrem Gang und in ihrer wach seien, und dabei ihr emsig aufsehen haben, ob sie jemand sehen, der solch aufgeworfen oder ausgetragen habe oder gute gefreflich hintragen oder entfremden wollt,  das sie dem oder denselben dann nachgehen und merken, wo er eingehe, und das für dass den Hauptleuten, die über das Feuer gesetzt sind, oder einem Bürgermeister zu wissen tun.

Und wenn Feuer aufgeht, so sollen von Stunde an dazu kommen die gemeynen Frauen, alle Ableger, Schröter, die Knecht in der Waag und die sechzehn Zimmerleute und acht Mauerer , die alle Meister und benennt und zu Löschmeisteren darüber gesetzt sein, ihr jeder mit seinem Zeug, auch alle Bader, ihr jeder mit seinem Gesinde und seinen Kübeln und Schefflachen, und dazu gewerblich  helfen arbeiten und gehorsam sein, damit solch Feuer gedämmt wird.

Es sollen sich auch alle Püttel, wenn Feuer aufgehet und so bald sie des gewahr werden, von Stunde an dazu fügen und sich nämlichen von einander unter das Volk sehen und trauen, die Leute  gütlich anschreien und ihn Räume machen und dabei ihr emsig aufsehen haben, ob die Leute da selbst ihr Habe austrügen oder auswerfen, das in das niemand diebisch hintrage oder verdrücke; und ob sie jemand sehen, der solch Habe oder Gut gefreflich hintragen und entfremden wollt, das sie dann die handhabten, wo es als gefreflich und ryng Person wären, und dieselben ringen Person zu den Viertelmeistern oder Hauptleuten bei dem Feuer führten, und nachdem die ihnen gehört werden, das denn dieselben Hauptleute Gewalt haben sollen, die Sache für das mit denselben Leuten zu handeln und zu halten nach ihrem Gutdünken.  

So sollen sich die Stadtknechte von Stunde an teilen und zu den Bürgermeistern in ihren Häuser fügen und da warten, wozu sie ihrer bedürfen.

Es sollen alle die, die mit den Eychkarren fahren, und auch jegliche andere, die um Lohn auf dem Pflaster fahren, desgleich alle Müller verbunden sein, stets die Kuffen auf den Schleiffen, die ihn dann zugeben sein, bei ihn zu haben, und alsbald Feuer aufgehet, an so alles verziehende Wasser damit zu zuführen.

Und wer die erste Fuhre Wassers zu dem Feuer bringt, dem soll man ein Pfund Haller geben, und welcher das andere Fuhre bringt, der soll haben 60 Pfennig, und der die dritte Fuhre bringt, 30 Pfennig, also das der erst, der andere und der dritt mit einem oder zweien bring und wissentlich mache, welcher der erst gewesen sei, das darum nicht Eide geschworen werden, und danach als oft und manchen dergleichen Müller am Rand karren mit wasser ein jeder, wer der ist, zu dem Feuer bringt, der soll von jedem karren 10 Pfenning Lohn haben.

Und ein jeglicher Lohnknecht, der mit seinen Herren oder Meisters Pferden Wasser zu führen wird, der soll haben den vierten Pfenning von dem Geld, das er mit Wasser zuführen zu dem Feuer verdient, darum das er desto eifriger sei zu dem Fahrer und mitfahren destbaß anhält. -

So soll der fcaopff, oder wer der der städt Fischer ist, auch gebunden sein ein Karren und darauf ein Fass zu haben, wenn Feuer auskommt, das er emsig Wasser damit zu führe.

Das neue Spital soll auch gebunden sein, stetes zwei Karren und darauf zwei Fass zu haben, und wenn Feuer aufgehet, so sollen die von Start an emsig Wasser damit zu führen.

Auch soll man in dem Marstall bestellen, das man allweg vier voll gebunden Kufften auf Schleifen hab und dazu ein Karren oder zwei mit Schleifen, und so bald Feuer auskommt, so soll der Anschicker in der Peund mitsamt den, die im zugeschickt sein, dieselben Kuffen und Scheffer zu solchem Feuer schicken und bringen, das man für das Wasser, das zu solchem Feuer geführt wird, so darein gieß, dass es die Leute gebrauchen und benützen mögen.

Item man soll auch bestellen bei dem Tiergartentor zwei Karren mit Schefflein, desgleichen bei dem Inneren Frauentor, bei dem Inneren Spitallertor, bei dem Irrertürlein, an Sant Sebaldkirchhof und auf der Peunt; die sollen die Vierteilmeister daselbst zu holen bestellen, wenn des Not tut.

So soll der Gürtler in der Peunt gefliessen sein, solche Sache in guter acht zu haben, damit sie in wesen bleiben, und an kein anderes end dann zu dem Feuer gebracht werden, das die Habe ganz und fertig sein, und ob keinerlei daran gebreche, das er solches den Viertelmeistern zu wissen tut, damit solche Schaff so wider gefertigt und gepresst werden.

So soll man auch bestellen in jedes Tor und Türleinsperrershause 10 Schaffe; dieselben Sperrer sollen auch gebunden sein, solche Schaffe bei ihn unverrückt und in acht zu haben, das die nicht entliehen oder verloren werden, und wenn es in ihrem Revier brennt, so sollen sie solche Schefflach unverzüglich zu dem Feuer bringen.

So hat man jedem Müller hier von der Stadt geben zwei Messing oder — ist über der Zielspritzen; dieselben Spritzen soll der Müller behalten und dazu sehen, das die fertig seien und nicht verderben noch verloren werden bei der Buße zwei Pfund neuer Haller, die darauf gesetzt ist; wenn sein not tat, das er die habe.

Und so also das Feuer Ende hat und gedämmt wird, so soll der Anschicker in der Peund verbunden sein, das er alles Zeug bei der Feuerstätte aufhebe und was nicht fertig wäre, wider fertigen und machen lasse, und den an ein jegliche Ende wider ordinier, da wo es hingehöre, ob sein hinführ mehr not geschehe, das solcher Zeug ganz vorhanden sei, und man jeglichen an seinem Ende wisse zu holen und zu finden.

Es soll auch der Anschicker in der Peund vorgenannt alle komplett zu solchem Zeug besehen, ob der aller also fertig und vorhanden sein, und ob des nicht unfertig wer, darb zu sein, das der wider gefertigt werd. und soll auch die Spritzen in den Mühlen alle komplett also besuchen, ob die ganz und noch vorhanden sind; und ob er die nicht also fand, das er das einem Bürgermeister zu wissen tue.

So soll sich des Baumeisters Knecht, so Feuer auskommt, von Stunde an zu den Hauptleuten, die über das Feuer gesetzt sein, so fügen, ob man nicht Zeuges bedarf, das er dann unverzüglich brächte.

Es sollen auch die Hauptleute, die über das Feuer gesetzt sind, Gewalt haben, so mehr denn ein Feuer aufging, die Werkleute, Löscher, Löschmeister und den Zeug dartzu teilen nach ihrem gut dünken.

Man soll den Löschmeisteren und anderen Werkmeistern von ihrer Arbeit bei dem Feuer Lohnen nach der Ordnung, die in der Losungstuben geschrieben steht; jedoch, wo die Leute so redlich gearbeitet hätten, den mag man es wohl preisen.  

Item (Ebenso) mit den Türmern zu Sant Sebald und Lorenz zu so bestellen, ob mehr denn ein Feuer aufging, das sie dann das dem Bürgermeister von Stunde an zu wissen tun, und sich mit dem ausleihen in Mittel hielten.

Die Vierteilmeister und Hauptleuten sollen auch in dem Viertel, wo es brennt, von Start an dazu schicken lange und kurze Leitern, große und kleine Feuerhaken.

Die Vierteilmeister sollen auch bestellen, dass alle Brunnenmeister guten Fleiß tun, dass sie Ketten an allen ihren Brunnen haben und übrige Seile.

Es sollen auch jedem Viertel hier in der Stadt vier Messingspritzen geben und zage ordiniert werden, die die Vierteilmeister eins jeglichen Vierteils behalten; und in welchem Viertel Feuer auskommt, so sollen die Vierteilmeister solch Spritzen dazu bringen und an die End teilen, da siin am nötigsten ist.

So sollen die, die über den Fischbach gesetzt sein, bestellen und dort sein, wenn Feuer in Sant Lorenz Pfarr auskommt, das der Fischbach von Stunde an abgelegt und an die Ende, da das Feuer ist, gestaut werd, ob er anders dazu dienen mag.

Die Vierteilmeister in Sant Sebald und Sant Lorenz Pfarrei sollen gebunden sein, als viel ein jeglicher Vierteilmeister äußere Tor, Türlein oder Swynbogen in seinem Viertel hat, die im zu bewahren zustehen, zu jedem derselben Tor, Türlein oder Swynbogen in seinem Viertel 8 redlich Mann bestellen, die nicht nahend dabei gesessen sein , und die auch namhaft gemacht und dazu geordert werden sollen, also wenn mehr denn ein Feuer hier in der Stadt auskommt, das sich dann dieselben bestellten Männer, nämlichen zu gleichem Tor 8 Mann, zu jedem Türlein 8 Mann und zu jedem Swynbogen 8 Mann, alle gewappnet mit ihrer Ware, unverzüglich fügen sollen, als so sie dann von ihren Vierteilmeistern dazu geordnet sind, und dieselben sollen auch ihr jeder an seinem geordnetem end dasselbe sein emsig und fleißig zusehen und die Ding wohl in acht haben; und ob sie nicht vergeblich dastehen oder erführen, das soll ihr einer einem Bürgermeister unverzüglich zu wissen tun. und dieselben sollen auch als lang da bleiben und nicht abgehen, biss das solch * Feuer gedämmt oder sie abgefordert werden.

Und so bald auch die Bürgermeister mehr denn eins Feuers gewahr werden, so sollen sich beide Bürgermeister und auch alle die des Rates sind und zu anderen Sachen nicht bescheiden und gesondert wären, von Stunde an auf das Rathaus fügen, die möchten für dass den Vierteilmeistern oder Hauptleuten oder anderen befehlen und für Hand nehmen, das Not würde, wappnen oder anders.

So soll der Hausknecht beflissen sein zu bestellen Kerzen und Fackeln, Licht und Laternen ein nottut.

Und wenn mehr denn ein Feuer auskommt, so soll ein jeglicher bei seinem Eide gebunden sein, sich von Stunde an wider in sein Viertel zu fügen und was fürbass mit in geschafft wird, dem gehorsam zu sein; ausgenommen die, die vor dem fewer geordnet wem, die stillen in ihr Ordnung bleiben.

So sollen die geschworenen Armbrust und Büchsenschitzen bestellt, benennt und die in drei Haufen oder Teil geordert und geteilt und mit Hauptleuten versehen werden, also wenn mehr denn ein Feuer auskommt, so sollen sich dieselben Schützen alle in ihrem Harnisch und mit ihrer Ware. die denn vor zu andern Sachen nicht geordert werden, in drei Haufen teilen, und ein Teil zum dem Rathaus, der anderer Teil auf Sant Gilgenhoff und der dritte Haufen sich zu den parftssen auf den Platz fügen von alles verziehen, und dasselbe warten und nicht abgehen so lang biss sie abgefordert werden , ob man ihrer zu irgendeiner bedürft, das man sie da weiß zu finden, und das sie des willig seien.

So sollen sich dies hernach benannten genannten, wenn mehr denn ein Feuer hier in der Stadt auskommt, von stundan und on alles verziehen zu den Kornhäusern und in die Mühlen fügen und trauen, als denn ihr jedem in Sonderheit zu bescheiden [7*] und hernach begriffen ist; daselbst sie ihr emsig auf und zusehen haben sollen, und ob jemand an denselben Kornhäusern oder in den Mühlen nicht gefrefliches treiben wollt, das zu unterstehen und das weiter zu bringen.

So sollen Andres Yolckmeir und Jörg Haller beflissen sein, wenn mehr denn ein Feuer auskommt, die zwei Kornhäuser bei den Frauenhäusern in acht zu haben.

Niclas Köler soll das Kornhaus bei der Nonnengassen hinter Sant Lorenz gelegen in acht haben.

Hans Newman in die Mühle am Sant. Sebald und Sülman Hegnein der Jüngere in die Mühle am Sant Kathrinen.

Albrecht Heugel in die Mühle bei den Fleischbänken.  

Lienhart Rewthevmer in des Grolands Mühle.

Linhart Stromeir in die neue Mühle in Sant Lorenzpfarrei.

Hanns Slüsselvelder in die neue Mühle an Sant Sebaldpfarrei.

Und wenn Feuer aufgehet, so sollen sich alle Söldner unverzüglich geharnischt und geritten zu dem Söldnermeister fügen und mitsamt ihm auf den Markt reiten zu dem Schönenbrunnen und da halten, ob ihr die Bürgermeister bedürften, das sie des gehorsam wären.

 Und so es brennt, so soll ein Söldnermeister von Start an vier Söldner senden zu dem Feuer an ein Ende, da sie nicht irren noch binden, zu halten, ob man ihr zu Botschaft werben oder anderen auch bedurft, das sie des gehorsam und willig seien.

Er soll es auch dem Hauptmann auf der Feste von Start an mitteilen.

Es soll auch der Söldnermeister zu jedem der Stadt Tor, Türlein und auch Swynbogen zwei Söldner schicken, die dabei halten, und ob sie nichts verneinen das not tät, das denn der ein Söldner das dem Söldnermeister von Stunde an zu wissen tät auf dem Markt und der andern so lang dabei halten bleibe, biss er abgefordert wird.

Der Söldnermeister soll auch, so es bei Nacht brennt, wiewohl ein Feuer erlöscht ist, bestellen, das etliche Söldner hier dableiben und etliche Söldner innerhalb in der Stadt die Nacht umreiten biss an den Tag, und ob die nicht gefrefliches verneinen, das sie dem Söldnermeister das unverzüglich zu wissen täten.  

Hauptleute über das Feuer in Sant Sebald Pfarre: Ludwig Pfintzing und Niclas Groß.

In Sant Lorenz Pfarre: Peter Menndel und Hanns Lemlein.

 

Actum feria secunda ante Viti [9 Juni] anno etc. 1449.

 Als die Kurfürsten hier sind gewesen Andree a° lvi 10 sind noch zwei Feuermeister zu den oberen geben worden mit Namen Hainrich Meichßner und Sebolt Kumel.

Item zu der Brücken bei dem Wildbade: Hanns Wurm, Fritz Resch.

Item zu der Brücken bei Sant Kathrinen: Andres Hoffmulner, Fritz Steffan.

Item zu der Brücken bei dem neuen Spital: Hanns Kaltenhawser, Fritz Knawr.

Item zu dem Steg am Sand: Ulrich Regawß.

Item zu der Brücken auf dem Newenpaw und den Stegen  daselbst: Cuntz Swab, Ekhart Hatzler, Heintz Schober, Mulcüntz.

Item zu der Barfüssenbrücken: Ulrich Wolffhart und sein Vater.

Item zu der Fleischbrücken : Götz Hebeysen, Haintz Senngel.

Item zu des Stromersbrücken und den Stegen: Hanns Henyckein, Cüntz Hüter.

 

Actum per Herrn Hannsen Coler, Herrn Niclasen Großen und Herrn Hannsen Lemlein dominica die ante conversionis sancti 85 Pauli [23 Januar] a° 1° septimo.

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