Freiwillige Turn- und Feuerwehr Nürnberg Abt. I

Exerzier – Reglement (1865)

der Freiwilligen Turn- und Feuerwehr Nürnberg Abt. I

Exerzierordnung Freiwillige Feuerwehr Nürnberg

 

Der frische, lebendige Aufschwung, welche in den letzten Jahren das Institut der freiwilligen Feuerwehr in Bayern genommen, sowie die allseitige Beteiligung von Gemeinden, wie Korporationen an der Hebung des selben bewirken bereits, dass eine derartige Vereinigung hierzu befähigter Männer und Jünglinge, in zweckmäßig gegliederten Abteilungen unter tüchtiger Führung, nicht nur aufgehört hat, eine auffällige Erscheinung zu sein, sondern dass vielmehr jeder bedeutendere Kommune ihrem Gemeinsinn eine bedenkliches Armutszeugnis ausstellen würde, welche die Ausbildung einer nach modernen Grundsätzen tätigen freiwilligen Feuerwehr vernachlässigte.

Auch Nürnbergs freiwillige Turn- und Feuerwehr hat nach vielfachen, jedenfalls läuternden Kämpfen und Hindernissen eine Standpunkt errungen, der ihre Lebensfähigkeit, ja unbestrittene Notwendigkeit tatsächlich sichert, sie ist im Folge reger und gewissenhafter Sterbens ein Glied jener Kette unentbehrlicher Institute geworden, die in keiner wohlgeordneter  Gemeinde vermisst werden dürfen.

Das Wohlwollen und die warme Teilnahme der Behörden, die wachgerufene Begeister der Bürgerschaft, der Wetteifer aller Stände, vor Allem aber die ebenso großartige, als uneigennützige Opferwilligkeit einiger durch Bürgertugenden stets glänzender Männer haben in kurzer Zeit, im Einklang mit den Bemühungen des Corps selbst hinsichtlich dessen Umbildung, Vergrößerungen und Ausrüstung Wunder gewirkt, was um so mehr in die Augen springt, wenn man die ersten kleinen Anfänge vor einem Dezennium mit seinem jetzigen Bestand vergleicht.

Aus ziemlich chaotischen Bestandteilen, in welche der damalige, als praktischer Feuerwehrmann wohlbekannte Kommandant Dr. Schüler nach Kräften Licht und Ordnung zu bringen bemüht war, und neben altehrwürdigen, fast fossilen Feuer-Lösch-Elementen, welche gewiss nicht Anspruch machen, auf der höhe der Jetztzeit zu stehen, bildete sich das Corps unter Kästners Leitung 1853 mit einem Bestand von 6 Mitgliedern, gestaltet sich 1854 um. Wo es schon 15 Mann zählte, die eine Spritze und einen Rettungswagen eben notdürftig bedienen konnten, und doch standen jene wackeren Gründer so ziemlich auf eigenen Füßen und leisteten nach Kräften die ersprießlichen Dienste. Dies war der Beginn, der durch Ausdauer und freudigen Mut unterstützen, den Keim des Instituts stärkte und großzog und ausschließlich das Verdienst der damaligen kleinen Feuerwehrschaar ist, welche herbe Prüfungen bestehen musste. Um das Corps zu seiner heutigen Bedeutung zu bringen.

Immer aufs Neue muss auf diese Anfänge hingewiesen werden, die vorurteilsfreie Betrachtung der Entwicklung der Freiwilligen Turn- und Feuerwehr Nürnberg , seit einigen Jahren unter der Leitung des jetzigen Vorstandes Schindler und der Führung des gegenwärtigen Kommandanten Kästner muss das Vertrauen der Behörden, die Teilnahme der Bürgerschaft, die Begeisterung und den Eifer der Feuerwehrmänner erhalten und stärken.

Nur andeutungsweise sei hier erwähnt, dass bisher nicht nur ein gleichmäßige Bekleidung und Ausrüstung, eine Exerzitium, das dienstlichen Anforderungen aufs Strengste zu entsprechen befähigt ist, gleiches Signal und Kommando, eine Vereinigung des Corps mit der Wöhrder freiwilligen Turn- und Feuerwehr, mit einer weiteren Abteilung, welche der hiesige Turnverein stellt, und endlich mit der Löschkompanie der städtischen Bauhandwerker erzielt wurde, und zwar unter Oberleitung des Kommandanten Kästner und Administration eines gemischten Verwaltungsrats – erwähnt, dass das Corps eine den Anforderungen des neuesten Feuerwehrwesens entsprechendes Steigerhaus nebst Übungsfeld und einen Turnplatz besitzt, während in seinen Reihen ein selbständiger Sängerchor, und in seinem Archive eine kleine Büchersammlung für bescheidene Genüsse in den Feierstunden sorgen, ein jedenfalls noch tüchtiger Baustein für den Grund des Instituts wird gegenwärtig im Schosse der Bürgerschaft vorbereitet, während sich auch die Kollegien Nürnbergs mit der sorglichen Anbahnung von, auf die Unterstützung und Hebung des hiesigen freiwilligen Feuer-Löschwesen abzielenden Maßregeln beschäftigen, welche nach ihrem ins Leben treten den vollen Beifall aller für das Gemeinwohl Bedachter zu beanspruchen das Recht haben wird.

Wo solche Kräfte opferfreudig zusammenwirken, wird Nürnbergs freiwillige Feuerwehr, in ihrer Tüchtigkeit für würdige Lösung ihrer sich selbst gestellten Aufgabe bürgen und bald im Stande sein, sich den vorzüglichsten Schwesterinstituten Deutschlands an die Seite zu stellen unter ihrem alten Feldzeichen.

„Einer für alle, Alle für Einen!“

Nürnberg, im Dezember 1864

 

Einleitung zur Satzung der Freiwilligen Turn- und Feuerwehr Nürnberg Abt. I  (1869)

Obwohl das Gebot der Nächstenliebe es jeden Menschen zur Pflicht macht, seinen Nebenmenschen bei drohender Gefahr beizustehen, so ist doch ein solcher Beistand, wenn er auch wirklich geleistet wird, selten den guten Willen und der Anstrengung entsprechend und deshalb häufig von geringen Erfolg.

In dieser Voraussetzung hat sich im Jahre 1853 unter den Namen Feuerlösch- und Rettungscorps in Nürnberg ein Verein gebildet welcher im Jahre 1859 den Namen Nürnberger freiwillige Feuerwehr annehmend, im Jahre 1863 mit den Namen „Freiwillige Turn- und Feuerwehr“ bei erweiterter Tätigkeit sich nachfolgende, von den zuständigen Behörden genehmigte Satzung als bindendes Gesetz auferlegt hat.

Festbild 1903 Freiwillige Feuerwehr Nürnberg

Historische Ansichtskarte

 

Festschrift zum 50 jährigen Bestehen der Freiwilligen Turn- und Feuerwehr Nürnberg Abt. I (1903)

Dr. Schüler bildete im Jahre 1849 aus jungen kräftigen Leuten eine Feuerwehrabteilung, welche neben Hilfeleistungen bie einem Brandunglück ganz besonders die Rettung bedrohter Meschenleben sich zur Aufgabe machte.

Die Feuerwehr bestand aus Mitgliedern des alten Nürnberger Turnvereins. Dr. Schüler war ein tüchtiger Leiter, hatte reiche Erfahrung, kannte aus persönlicher Anschauung die Einrichtungen der Hamburger, Berliner, Pariser und badischer Feuerwehren. Er fasste das Zeckmäßigste des Gesehenen zusammen und suchte das von ihm gegründete Institut auf einen möglichst hohen Standpunkt zu bringen.

Am 8.November 1849 lud Dr. Schüler die Mitglieder des Magistrats zu einer Übung der Feuerwehr auf der Insel Schutt ein. Aus Akten geht hervor, dass die Leistung der damaligen Turner-Feuerwehr allgemein anerkannt wurde.

Diese erste Nürnberger freiwillige Feuerwehr, wurde auf Grund des Vereinsgesetzes aufgelöst.

Die durch die Auflösung entstandenen Folgen, sollten sich jedoch bald bei den zwei großen Bränden anfangs der fünfziger Jahre fühlbar machen. (Nägeleinsmühle)

Eine Folge des Brandes war, dass viele Beratungen über die Verbesserung der Löschanstalten stattfanden. Das Gemeinde-Kollegium wünschte, dass die vor mehreren Jahren beantragte Bildung einer freiwilligen Löschkompanie baldigt ins Leben gerufen werde.

Baurat Solger schrieb auf eine Anfrage des Kollegium, dass bereits im April 1853 eine Anzahl junger Männer zu wöchentlichen Übungen vereinigt und vollkommene Fertigkeit im Gebrauch der Lösch- und Rettungsgräte erlangt habe.

Diese Männer waren die Gründer der freiwilligen Feuerwehr-Abteilung I.

Aufnahemantrag

Stadtarchiv Nürnberg (StadtAN E6/471 Nr. 19)

 

Am 28. Januar 1854 reichte der Feingoldschlägergeselle Martin Schmidt beim Magistrat die Satzung über die gebildete Feuerwehr mit der Bitte um Genehmigung ein (Gründungsmitglieder 27 Mann).

In der Kommisionssitzung vom 12. April 1854 wurde die Bildung einer ständigen Nachtwache beschlossen, auf der Sebalder Seite bestehend aus 15 Mann der Freiwilligen Feuerwehr im Fünferhaus und auf der Lorenzer Seite bestehend aus 6 Mann der Bauhandwerker im Bauhof (Peunt).

Im Jahr 1881 wurde am Maxtor eine Feuerwache errichtet, die ausschließlich von Mitgliedern der Freiwilligen Turn- und Feuerwehr Nürnberg besetzt wurden. Die Wachzeiten begannen um 18:00 Uhr und endeten um 05:00 Uhr in der Frühe. Diese Wache wurde mit der Aufkündigung des Dienstes im Jahr 1913 aufgelassen. (Siehe Brand in der Nister´schen Kunstanstalt)

Führung Freiwillige Feuerwehr Nürnberg

Historische Ansichtskarte

Führung Freiwillige Feuerwehr Nürnberg 1903

Historische Ansichtskarte

 

 Zugführer Eggmann                                                                        Zugführer Preß

               Kästner Oberkommandant

    Zugführer Günther                                                                           Zugführer Billmann

  

Kommadanten der Freiwilligen Turn- und Feuerwehr Kästner, Nachfolger Eggmann, Nachfolger Preß

Aktuelles
07.11.2017
Nürnberg
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ACHTUNG!! Termin und Ort geändert! Vereinsstammtisch im Gartenlokal "Baggerloch", Gleißhammerstraße 19. Jeder Interessierte ist herzlich willkommen.

10.05.2018
Cadolzburg
10:00 Uhr
Jubiläum 150 Jahre FF Cadolzburg. Fahrzeugausstelllung mit alten Feuerwehrfahrzeugen.

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