Firmengeschichte "Justus Christian Braun"

Auszug aus dem Buch

„Die Braun´s zu Nürnberg“

erschienen 1999 im von-A-bis-Z-verlag Erlangen.

Geschrieben von Rüdiger Braun, Fotos von Peter Kuckuk

Braun

Mit der Meistersprechung am 13. Februar 1845 von Justus Christian Braun und der Einrichtung seiner Werkstatt in der Rosengasse 38 begann die Karriere als Feuerlöschgrätefabrikant. Erst 2 ½ Jahre später, im Oktober 1847, eröffnete Werner Siemens in Berlin seine Werkstatt, die der Ausgangspunkt des Weltunternehmens Siemens AG war. (...) 

Im Jahre 1850 vergrößerte Justus Christian Braun seinen Betreib und siedelte sich im Rosenthal 29, einem mächtigen alten Sandsteinbau mit 2 Stockwerken an, um die Massenproduktion etwas wirtschaftlicher und fabrikmäßiger betreiben zu können. Dort wurde ein Perdegöpel eingerichtet, um mit 1 PS die benötigte Energie zu liefern. Schon 7 Jahre später wurde der Pferdegöpel durch eine 4 PS starke Dampfmaschine ersetzt.

Zu dieser Zeit machte sich Justus Christian Braun Gedanken über das Feuerlöschwesen im allgemeinen und über die vorhandenen Feuerlöschgeräte im besonderen. Pumpen und Schläuche mussten her. Leitern mussten schneller und wirksamer eingesetzt werden können. So fing er damit an, sich mit Spritzen zu beschäftigen. Seine Bemühungen hatten auch recht bald den gewünschten Erfolg.

Bereits im Jahre 1868 konnte er auf einer Feuerwehr-Geräteausstellung in Gunzenhausen eine Feuerspritze vorführen, die wegen ihrer Handlichkeit und Zweckmäßigkeit allgemeine Anerkennung fand. Sie wurde von Hand betreiben und war verfahrbar. Weiterhin befasste er sich mit Pumpen und hydraulische Pressen.

Als die Räumlichkeiten wieder zu eng wurden, erwarb Justus Christian Braun außerhalb der Altstadt im Stadtteil Gärten bei Wörth in der Wächterstraße ein Grundstück mit 13.000 m2. Es entstand die „Nürnberger Feuerlöschgeräte- und Maschinenfabrik vormals Justus Christian Braun“. (...) Auf dem Fabrikgelände fanden sich schließlich eine Schlosserei, eine Schmiede mit 12 Feuern und 2 Fallhämmern, eine Eisengießerei mit 2 Kupolöfen, eine Metallgießerei mit einem Ofen, eine Formerei, eine Schreinerei, eine Wagnerei, eine Lackiererei, Lagerräume, Kessel- und Maschinenhaus sowie kaufmännische und technische Büros. Der Betreib beschäftigte ca. 30 Angestellte und ca. 300 Arbeiter.

fabrik justus christian braun

Als Justus Christian Braun im Jahre 1877 starb, mussten seine Söhne Christian Sigmund, Johann Friedrich Emanuel und Johann Conrad den Betrieb alleine weiterführen. (...)

Das Unternehmen stellte 1890 die erste von einer Dampfmaschine angetriebene Feuerwehrspritze der Welt her. Von diesem Modell wurden etwa fünfzig Stück gebaut, Automobil-Dampfspritzen mit Einradantrieb folgten.

Die zweite Firma in Nürnberg „Fischer & Stahl“, die seit 1875 den Bau von Leitern betrieb, ist im Jahre 1892 von der Firma „Justus Christian Braun“ übernommen worden. (...)

Die Firma Justus Christian Braun erhielt 1902 das Patent für die Balance-Drehleiter.(...)

Die Justus Christian Braun AG fusionierte 1904 mit der Feuerwehrgeräte-Fabrik C.D.Magirus /Ulm a. Donau, der Feuerwehrgeräte-Fabrik Gustav Ewald / Cüstrin - Neustadt und der Feuerwehrrequisiten-Fabrik I.G. Lieb / Biberach a.d.Riß. Es entstand eine Vertriebsgemeinschaft und zwar die „Vereinigten Feuerwehr-Geräte-Fabriken GmbH Berlin“.

Magirus übernahm den Bau von Drehleitern, Dampfspritzen und Motorspritzen.

Für den Bau von Automobilespritzen war die Firma J.C.Braun vorgesehen, da sie Patente für den Radnabenantrieb besaß, (...)

Die nächste Firmenehe fand 1911 statt. Man einigte sich mit „The Premier Cycle CO.LTD.“ aus London und ließ im Nürnberger Gesellschaftsregister am 3.Oktober 1911 den Namen „Justus Christian Braun-Premier-Werke AG“ eintragen.(...)

Am 21. August 1913 beschließt die außerordentliche Generalversammlung die Auflösung der „Justus Christian Braun-Premier-Werke AG“ und am 23. August 1913 wird im Gesellschaftsregister Nürnberg der Zusatz „in Liquidation“ eingetragen.  

Der Hauptgläubiger Mauermeister Böckler kauft den gesamten Betrieb und legt in nach seiner völligen Auflösung still.

Der Nürnberger Schmied Karl Schmidt, der am 21. Juni 1910 die Nürnberger Wagenbau & Radfabrik Karl Schmidt gegründet hat, pachtet 1913 zusammen mit seinem Schwager Diehl das stillgelegte Gelände (...)

Die 1906 gegründete „Fahrzeugfabrik Ansbach AG“ und die Feuerlöschgeräte & Fahrzeugfabrik Karl Schmidt“ fusionierten am 14. Januar 1919 zur „Fahrzeugfabriken Ansbach und Nürnberg AG“. Am 18. November 1920 beschloss die Generalversammlung eine Namensänderung in „FAUN - Werke AG“, ein sehr bedeutendes Unternehmen für Spezialfahrzeuge. (...)

Im Jahre 1995 feierte das Haus FAUN 150 jähriges Bestehen und berief sich somit auf die Meistersprechung von Justus Christian Braun am 13. Februar 1845.

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