Feuerlöschwesen 1400 - 1800 

Das Anschlagen der Trompeten und Tüten auf den Stadt- und Kirchtürmen, der Trommelwirbel der Tambours in sämtlichen Straßen, das Verbringen der vorsintflutlichen Löschgeräte zuerst per Hand, später mit Hilfe von Pferdefuhrwerken zum Brandplatz, das Ausrücken des Militärs, das Rennen der Personen, welche zum Feuergehorsam verpflichtet waren versetzte alle in der Stadt in große Aufregung.

Diese Szenerien spielten sich im 15. Und 16. Jahrhundert ab.

Anfang des 19. Jahrhundert, änderte sich das Feuerlöschwesen, die Technik trat immer mehr in der Vordergrund, auch die Löschmannschaften wurden nicht mehr bestimmt, sondern setzten sich aus freiwilligen zusammen, die sich dem Feuerlöschwesen verantwortlich fühlten.

Mit der Industrialisierung und dem rasanten Wachstum der Stadt, reichten auch diese Freiwilligen nicht mehr aus, so dass es zur Gründung einer hauptamtlichen Feuerwehr kam.

Diese Entwicklung des Feuerlöschwesen von früher bis heute, soll in dieser Abhandlung etwas näher betrachtet werden.

Die erste auf Pergament geschriebene, sehr ausführliche Feuerordnung ist das,, Fewerpüchel vom Jahr 1449". 

Hiernach hatten Hilfe zu leisten alle gemeinen Frauen, alle Ableger und Schroter, die Knechte in der Wage, die Bader mit ihrem Gesinnte, versehen mit Kübeln und Scheffeln.

Ferner waren eidlich verpflichtet als Löschmeister sechzehn Zimmerleute und acht Maurer, welche mit ihrem Werkzeug auf dem Brandplatz erscheinen mussten.

Weiter waren verordnet dazu alle dem Rate unterstellten Gewerbe.

Die Scharwächter hatten Meldung zu machen beim Bürgermeister, den Hauptleuten, Viertelmeistern, welche über das Feuer gesetzt waren, dann bei den Söldnermeistern.

Ferner sollten alle Püttel unter das Volk sich mengen, die Leute gütlich anschreien und Platz machen, ebenso emsig aufsehen auf die Habe der Leute beim Ausräumen.

Die Söldner begaben sich mit ihrem Söldnermeister auf dem Marktplatz und warteten da die weiteren Befehle ab. Jedes Tor wurde durch zwei Söldner besetzt eine Abteilung ritt zur Aufrechterhaltung der Sicherheit in der Stadt herum.

Die Wasserzufuhr erfolgte durch Kufen auf Schleifen und waren zum Transport die Müller, Eichenwagenführer, die sonstigen Fuhrleute, die Spitalmeister und die Gespanne des Marstalls verpflichtet.

Zur Aufstauung des Fischbachs waren in der nähe desselben an bestimmten Plätzen Schützen untergebracht.

Jeder Müller hatte zwei Messing Spritzen, welche er bei Vermeidung hoher Strafen in gutem Stand zu halten verpflichtet war.

Die Alarmierung erfolgte durch Anschlagen der Sturmglocken auf den Türmen.. Jeder bei Bränden beschäftigte wurde bezahlt und für die vier ersten Fuhren Wasser erhöhte Belohnungen ausgesetzt.

 

 

 

Wasserkufte mit Zubehör

 

Die Abbildung zeigt die Löschgeräte der damaliger Zeit. Kupferne Wasserkufen, mit 300 Liter Fassungsvermögen auf Schleifen die für Bespannung mit 2 Pferden gedacht waren. Ferner Messing Handspritzen, die zwei inneren mit der Jahreszahl 1499 und die beiden äußeren mit 1544 gekennzeichnet. Die Wasser- oder sogenannten Feuerkuften standen unter einem offenen Dächern in verschiedenen Plätzen der Stadt.

Die nächste Feuerordnung erschien im Jahre 1544

In dieser wurde geschrieben, dass sich das zum Löschdienst verpflichtet Personal sowie die Löschgerät vermehrt hatten.

Zur Hilfeleistung waren dadurch verpflichtet alle Steinmetze, Zimmerleute, Dachdecker, Tüncher, Pflasterer, Klaiber, Bader und Palnbinder. Aus jedem dieser Handwerke wurden ein Rottmeister mit je 10 Gesellen gebildet.

Ferner wurden 8 Peunt Taglöhner bestimmt; welche die herabgeworfenen Eimer aus dem Weg räumen mussten.

In der Peundt ( ehemaliger Bauhof ) waren 6 beladene Wagen stationiert.  

    2 Wagen mit großen Leitern, Hacken und Hebeeisen

    2 Wagen mit kleinen Leitern mit Hacken

    2 Wagen mit je 80 Ledereimern und 80 Fackeln,

 außerdem gab es noch einen Karren mit 12 Zimmerbeilen und 12 Steinäxten.

Diese Wagen wurden von den Fuhrmeistern, die in der Peundt beschäftigt waren zum Brandort gefahren.

Die Türmer auf den 4 Stadttürmen hatten Feueralarm zu blasen, und in die Richtung des Brandes die Feuerfahne zu stecken.

Löschgeräte waren 1544 vorhanden:

             1824 juchtene (lederne ) Eimer

             219 Messing Handspritzen

             404 Fackeln

             4 Pickelhauben

             157 Leitern

             103 Hacken

                  55 Kufen

             50 Schuffen ( Schöpfer)

In den folgenden Jahren wurde diese Feuerlöschordnung öfters erneuert, wobei sich nichts außergewöhnliches änderte.

In der Feuerlöschordnung von 1634 wurde zum erstenmal ein Spritzwerk erwähnt.

Darin heiß es:

Es ist auch geordnet, das in der Peundt neben etlichen Spritzwerken stetig neun geladene Wägen warten sollen, nämlich 4 mit großen Leitern, Hacken und Hebespießen, dann zwei mit kleinen Leitern und Hacken und 3 deren jeder mit 200 ledernen Eimern und 60 Fackeln beladen sein.

So es brennt, so sollen die Knechte auf der Peundt vor allen Dingen auf die Spritzwerke und Wägen warten, nämlich sollen sie alsbald ein Spritzwerk, einen Wagen mit großen Leitern, einen Wagen mit kleineren Leitern und 2 Wägen mit Eimern und Fackeln zum Feuer fahren. Je drei Röhrenmeister nebst ihren untergebenen Gesellen und Handlangern sollen sämtlich mit den Spritzwerken ihren möglichen Fleiß anwenden und solche, wo dem Feuer am Abbruch zu Tun, dahin stellen und richten, damit an dieser Notwendigen Rettung an ihnen kein Mangel erscheine.

Historische Darstellung
 

Urkundlich nachgewiesen ist, dass das erste Spritzwerk in Nürnberg am 8. Juli 1602 von Philipp Heinrich v. Aschheusen gekauft wurde. 1730 wurde das erste Spritzwerk gekauft, an dem sich ein ca. 37 Meter langer ledernen Druckschlauch befand. ( Im Jahre 1672 hat der Holländer Jan van der Heide in Amsterdam den ersten Druckschlauch gefertigt).

Die guten Erfahrung die mit den Schläuchen gemacht wurden, veranlassten den Magistrat der Stadt 1744 weitere Schläuche anzuschaffen. In den weiteren Jahren erschienen immer wieder neue Verordnungen, die sich von ihren Vorgängern nicht wesentlich unterschieden.

1793 trat eine Feuerlöschordnung in Kraft, die die Löschmannschaften in

4 Kompanien einteilten ( A, B, C, D)

Jede Kompanie stand ein zum Feuer verordneter Ratsherr vor.

Die Kompanie A hatte sogleich zum Feuer zu marschieren, die andern Kompanien sollten Bereitstellung auf bestimmten Plätzen einnehmen.

Ein Kommando Soldaten hatte sich zur Aufrechterhaltung der Ordnung an die dem Feuer zunächst gelegenen Pegnitz Eintritt zu begeben. Je ein Kommando Soldaten von 30 oder 40 Mann mit einem Leutnant hatte von den Kasernen auf der Veste und Johannis beim ersten Anschlagen sofort auf den Brandplatz zu marschieren zum platzmachen und freihalten der Plätze.

Alle Feuerkuften, wenn sie das erstemal vom Feuer wegfuhren, hatten zur Begleitung einen Musketier.

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