Löschwesen 1800 - 1875 

Ende 1801 wurden die ersten Hanfschläuche angeschafft, da erkannt wurde, dass die ledernen Schläuche nicht die gewünschte Lebensdauer hatten.

1806 verlor die Stadt ihre Reichsfreiheit und wurde unter die Hoheit des Freistaats Bayern gestellt.  Die Städtische Verwaltung wurde nach bayerischen Muster verändert und die Bayerische Gesetzgebung und Gesetze wurden übernommen. Das Löschwesen wurde somit der königlichen Polizeidirektion unterstellt.

1818 ging das Löschwesen wieder in den Wirkungskreis des Magistrats über, und wurde dem städtischen Bauamt unterstellt. Von da an wurden nach und nach wesentliche Verbesserungen der Löscheinrichtungen vorgenommen.

1819 wurde zum ersten male der Antrag gestellt, in der Hauptwache eine ständige Feuerwache, ausgerüstet mit den nötigen Löschgeräten, während der Nachtzeit zu besetzen . Dieser Antrag, wurde aber wegen der errechneten hohen Kosten abgelehnt.

1821 wurde ein Antrag genehmigt, nachdem die Stadt in 4 Feuerviertel aufgeteilt wurde.

Diese Viertel wurden nach den Pfarrsprengel aufgeteilt.( Sebald, Egydien, Lorenz, Jakob) Die Alarmierung wurde dahingehen geändert, das je nachdem in welchen Sprengel es brannte dieser mit den nötigen Glockenschlägen angezeigt wurde. Diese Sprengel wurden auch außerhalb der Stadtmauer weitergeführt und galten für die damaligen Vororte. Der Unterschied, ob es innerhalb der Stadtmauer oder außerhalb brannte, lag in der Art des Hornsignals.

1843 sollte durch einen Magistratsbeschluß eine freiwillige Löschkompanie gegründet werden.Da sich aber nur 81 freiwillige zum Beitritt bereit erklärten, wurde der bisherige Feuergehorsam beibehalten.

Die großen Brandfälle ( Stadtbrände ) um 1840 waren die Veranlassung, das überall erkannt wurde, dass das bestehende Löschwesen nicht mehr genügte. Verbesserungsvorschläge wurden gemacht deren das Ergebnis die Einführung von freiwilligen Feuerwehren war. Süddeutschland, insbesondere Baden und Württemberg machten den Anfang mit der Gründung von Feuerwehren

1849 Gründete Dr. Schüler die erste Freiwillige Feuerwehr in Nürnberg.

Sie bestand aus jungen kräftigen Leuten des alten Nürnberger Turnvereins. Diese stellten sich zum Ziel, der Bevölkerung bei Brandunglücken zu helfen und in besonderen die Rettung von Menschenleben. Der Feuergehorsam wurde weiterhin aufrechterhalten, und die Feuerwehr unterstützte die verpflichteten Mannschaft bei Feuergefahren. Um diese Zusammenarbeit zu trainieren wurden Übungen abgehalten, die unter Beobachtung des Magistrates standen.

1851 wurde die Freiwillige Turnerfeuerwehr als politische Vereinigung nach Beschluss der königlichen Regierung Verboten und aufgelöst.

1854 nach dem Brand in der Nägeleinsmühle, stellte das Gemeinde - Kollegium den Antrag, das wieder eine freiwillige Löschkompanie zu bilden sei.

Im selben Jahr wurde die Satzung der wieder gegründeten Freiwilligen Feuerwehr genehmigt. Sie bestand aus 29 Mann, die im Bauhof mit den städtischen Geräte üben konnten und somit im Umgang mit den Geräten vertraut wurden. Die bisherigen Löschmannschaften die sich aus den Feuergehorsamen zusammensetzte wurde aber weiterhin aufrechterhalten.

1854 wurde ein zweites Mal der Antrag gestellt eine, ständig besetzte Nachtwache einzurichten. Nach langen und kontroversen Diskussionen zwischen Magistrat und Gemeindekollegium wurde am 12. Mai 1854 folgendes genehmigt:

  • Errichtung einer Nachtwache auf der Sebalder und der Lorenzer Seite
  • Anschaffung eines Rettungstuches (Sprungtuch) und zweier Zubringerspritzen.

Am 18. Mai 1854 erschien die Bekanntmachung des Magistrates, in welcher zum Beitritt in die zu bildende Feuerwehr aufgefordert wurde. Dadurch sollte die freiwillige Feuerwehr so verstärkt werden, dass es ihr möglich ist die Nachtwachen zu beziehen.

Die Wache am Peunthof sollte von 6 Mann der gebildeten Bauhandwerker- und die Wache im Fünferhaus durch 6 Mann der freiwilligen Feuer- Kompanie besetzt werden.Jeder Mann bekam 18 Kr. Vergütung für eine Wache.

Am 1. Oktober 1854 wurde die erste Nachtwache des Bauhandwerker- und Freiwilligen Feuerkompanie durchgeführt.

Der Stand der freiwilligen Feuerlösch Kompanie war 1855:

  • 59 Feuerwehrmänner
  • 1 Saug und 1 Druckspritze mit 4 ledernen und 5 hänfenen Druckschläuchen,
  • 1 Beiwagen mit aufgeprotzem Wasserkasten und aufgepackter Hackenleiter,
  • 1 Strickleiter,
  • 1 Luftapparat,
  • 1 Rettungsschlauch,
  • 1 Rettungssack mit Seil und Flaschenrolle
  • 1 Sprungtuch.  

Die erste amtliche Anerkennung erhielt die freiwillige Feuerlöschkompanie für ihre Tätigkeit beim Brand des Stadels der Gebr. Strunz am 6. November 1858

Durch mehrere Brände wurde 1861 die Feuerlöschordnung wie folgt geändert:

  • Die bestehenden 4 Feuer - Kompanien sind beizubehalten (Feuergehorsam)
  • Es ist eine eigene Bauhandwerker- Kompanie in der Stärke von vorläufig 100 Mann zu bilden, diese Kompanie wird durch das Bauamt gebildet.
  • Neben den bestehenden beiden Feuerwachen ist eine Dritte für das Jakobsviertel zu errichten

1862 wurde die dritte Wache im Unschnitthaus durch 6 Bauhandwerker bezogen.

1862 wurde die Freiwillige Feuerwehr in ,, Turn- und Feuerwehr" umbenannt.

Es wurde zugleich eine Krankenunterstützungskasse gebildet, deren Grundstock umfasste 1000 Gulden.

1863 fand in der damaligen Vorstadt Wörth die Gründung einer eigenen freiwilligen Turn- und Feuerwehr statt.

1864 bildete der sich aus Mitgliedern eines weiteren Turnvereins eine eigenständige Feuerwehr, so daß von nun an zwei Feuerlöschkompanien von Turnvereinen gestellt wurden. Die bestehende Bauhandwerker- Kompanie unterstellte sich freiwillig den Kommando der bereits bestehenden Turn- und Feuerwehr.

Es bestanden zur damaligen Zeit folgende Feuerwehren:

  •  Abteilung Freiwillige Turn- und Feuerwehr
  •  Abteilung Freiwillige Turn- und Feuerwehr Wörth
  •  Feuerwehr der Bauhandwerker
  •  Freiwillige Feuerwehr des Turnvereins

1864 wurde auf einen von der Stadt zur Verfügung gestellten Grundstück am Flaschenhofgarten ein Steigerhaus für die Feuerwehren errichtet, dieser Bau wurde durch Spenden der Bevölkerung und der Industrie unterstützt

Am 6. Januar 1865 brannte der Nordturm der Lorenzkirche nach einem Blitzschlag ab. Die eingesetzten Feuerwehren konnten trotz massiven Einsatz die vollständige Zerstörung der Turmspitze nicht verhindern. Bei diesem Brand wurde aber ersichtlich das ein geregeltes Zusammenarbeiten zwischen den verschiedenen Abteilungen der Feuerwehr nicht möglich war, so das die Kommandanten Vorschläge an den Magistrat einreichen sollten, wie dieses Problem zu lösen sei. Doch der damalige Umstände verhinderten eine rasche Lösung.

Brand Lorenzkirche 

1867 wurde durch den Magistrat beschlossen, zwei weiter Wachen zu bilden, um den bestehenden Brandschutz weiter auszubauen.

1868 wurden die neuen Wachen am Spittlertor und am Laufer Tor bezogen.

1869 wurde eine Reorganisation des Löschwesens durchgeführt. Dabei entschied der Magistrat folgendes:

  1. Die 4 Abteilungen sollen in unveränderten Zustand belassen werden.  
  2. Die Kompanie der Bauhandwerker ist auf 100 Mann zu verstärken.
  3. Sämtliche Abteilungen werden unter das Kommando eines Magistratsbeamten ( Brandmeister ) gestellt, zu dessen Unterstützung 2 Gemeindebevollmächtigte ernannt werden.
  4. Die innere Verwaltung der Feuerwehr wird nach dem Vorbild des Turnvereins geregelt.
  5. Der sogenannte Feuergehorsam ist aufgelöst anstelle derer sollten 4 Viertels- Kompanien begründet werden.
  6. Ein Feuertelegraph ist einzurichten. Der Feueralarm soll jedoch unverändert bleiben
  7. Vermehrung der Feuerwachen, um eine in der Nähe des Tiergärtner-, Vestner- oder Maxtores.

Diese Verordnung wurde durch den Krieg erst 1871 bekannt gegeben. Dabei stellte sich heraus, dass es nicht genügend Freiwillige gab, um die 4 Viertelkompanien zu bilden, so musste 1874 eine Pflichtfeuerwehr gebildet werden.

1871 bestand die Feuerwehr aus:

1. Abteilung Turn- und Feuerwehr: 
45 Mann
2. Abteilung Turn- und Feuerwehr Wörth: 
68 Mann
3. Abteilung Feuerwehr des Turnvereins: 97 Mann
4. Abteilung Bauhandwerker:
75 Mann
Zusammen: 385 Mann

 

 

 

 

 

Bei Beratungen über den Voranschlages für das Löschwesen 1875, durch den Verwaltungsrat der Feuerwehr wurde am 12. Oktober 1874 beschlossen, beim Magistrat zu beantragen, dass ein eigener Brandmeister anzustellen sei. 

 

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