Stationen der Berufsfeuerwehr Nürnberg Zusammengestellt von Helmut Adler

22. Januar 1875

Die Plen.-Sitzung (Magistrat) genehmigt die Aufstellung eines eigenen Brandmeisters als Leiter der Nürnberger Löschanstalten. Ferner wird die Errichtung einer „Centralfeuerwache“ mit einer Besetzung von 30 Mann und ca. 12 Pferden beschlossen.

31. März 1875

Die Feuerwehrabteilung der Bauhandwerker kündigt ihren Dienst auf und erklärt denselben am 1. April 1875 einzustellen. Durch Polizeisenatsbeschluss genehmigt.

1. April 1875

Eine Abteilung städtischer Arbeiter, beim Bauamt beschäftigte Bauhandwerker, beziehen einstweilen mit 4 Mann jede Nacht die Wache im Bauhof. Abteilungsstärke anfangs 18 Mann. Im Laufe des Jahres 1875.

Im ehemaligen Schrannengebäude am Kornmarkt wird die Hauptfeuerwache eingerichtet. 14. Juli 1875. (Datum nach F.Wolfermann)

Der neu ernannte Brandmeister Ziegler wird eingeführt und auf der Insel Schütt sämtlichen Abteilungen der Feuerwehr vorgestellt.

“Zum städt. Brandmeister wurde der Inspektor der Münchener Feuerwehr Franz Ziegler 'berufen, der am 16. Juni 1875 seinen Dienst antrat.”

 - 50 Jahre Berufsfeuerwehr- Die Branddirektion 1925

21. Januar 1876

Der Magistrat beschließt, dass zur bestehenden Bauhandwerker-Kompagnie sämtliche beim Stadtbauamt beschäftigte, diensttauglichen Arbeiter zu ziehen sind, wodurch eine 80 Mann starke städtische Löschkompanie gebildet wurde.

“Diese Abteilung (III), welche Anfang 1876 auf 80 Mann erhöht wurde, bildete den Grundstock der heutigen Berufsfeuerwehr, als deren Gründungsjahr daher das Jahr 1875 anzusehen ist.”

- 50 Jahre Berufsfeuerwehr- Die Branddirektion 1925

13. August 1883

Die Verlegung der Schlosser-, Schmiede- und Zimmermannswerkstätte vom Bauhof in die Hauptfeuerwache (Centralfeuerwache) ist von großem Wert, weil dadurch jetzt auch für die Tageszeit eine ständige Wache in Bereitschaft gehalten werden kann.

1889

Die Reinigung der Straßen wird der Verwaltung der Feuerwehr unterstellt.

März 1891

Der amtierende Leiter der Nürnberger Löschanstalten Brandmeister Franz Wolfermann erhält die Bezeichnung „Branddirektor“. Zu seinem Stellvertreter wird Brandmeister Steger ernannt. Im gleichen Jahr (2. Oktober) wird der öffentliche Turmglockenalarm, eine Einrichtung aus frühesten Zeiten, aufgehoben.

1900

Eine Gründungsfeier zum 25-jährigen Bestehen der „Berufsfeuerwehr“ wird nicht begangen, in keiner Chronik (auch nicht bei Wolfermann) erwähnt.

1.Mai 1902

Die Nebenfeuerwache West wird bezogen. 

1. April 1905

Der Neubau der Hauptfeuerwache ist fertig gestellt und die erste Wache zieht auf. Das alte Schrannengebäude wurde im November 1903 abgerissen.

24.-27. Juli 1909

Der 17. Deutsche Feuerwehrtag wird in Nürnberg abgehalten. 

28. Februar 1913

„(...) im Laufe des ersten Halbjahres 1913 lösten sich die freiwilligen Abteilungen I, II, III und die Unterabteilung Erlenstegen der Abteilung VIII auf.“ -VB 1913/1914 Stadt Nürnberg- Stadt AN

Die „Freiwillige Turn- und Feuerwehr, Abteilung I“ und die „Freiwillige Feuerwehr des Turnvereins, Abteilung II“, welche sich bisher an der Besetzung der Wachen beteiligten, quittieren beim Stadtmagistrat ihren Dienst (siehe dazu auch Aufsatz Nisterbrand H.A.). Da die städtische Feuerwehr (damaliger Mannschaftsstand 72 Personen) das Ausscheiden der freiwilligen Abteilungen nicht ausgleichen kann, muss die Aushilfsfeuerwehr zur nächtlichen Wachbesetzung herangezogen werden. 

1913

„Im August 1913 musste für die Hauskerichtabfuhr, Straßenreinigung mit Winterdienst und Bedürfnisanstalten ein eigenes Amt errichtet werden, da durch starke Erweiterung des Aufgabenbereichs eine Trennung vom Feuerlöschwesen dringend geboten, schien“ *.

(*Jahresbericht 1913 u. 1914 über die Verwaltung der Straßenreinigung der Stadt Nürnberg)

Das städtische Fernmeldewesen hingegen verbleibt weiterhin im Aufgabenbereich der Feuerwehr. Die endgültige Inbetriebnahme der neu errichteten Feuerwache Ost konnte erst im Jahre 1913 nach Indienststellung der beiden, von der Fa. Justus Christian Braun Premier-Werke AG Nürnberg gelieferten benzinelektrischen Fahrzeuge, Pumpenwagen und mechanische Leiter, erfolgen. Schon 1912 wurde die Wache fertig gestellt und der Werkstättendienst aufgenommen. Die Wache Ost war die erste automobilisierte Feuerwache Nürnbergs.

1. Februar 1914

Auf Antrag der Mannschaft, Einführung des 36-stündigen Wachdienstes (anstatt des 48-stündigen).

August 1914

Die Berufsfeuerwehrmänner wurden bis auf 42 Mann zum Waffendienst einberufen. Um den Feuerschutz ihrer Vaterstadt zu gewährleisten, stellten sich die älteren Jahrgänge der Freiwilligen Feuerwehr Abt. I und Abt. II wieder zur Verfügung, erfüllten, wie sie es sahen ihre „patriotische Pflicht“ und zogen den „Waffenrock“ (so wurde die Feuerwehruniform genannt) wieder an. Alle arbeiteten reibungslos mit den noch verbliebenen Berufsfeuerwehrmännern bis Kriegsende 1918 zusammen.

„Infolge Einberufung sämtlicher Feuerwehr-Offiziere zum Kriegsdienst wurde die Leitung der Gesamtfeuerwehr dem aus Gesundheitsrücksichten vom Feuerwehrdienst zurückgetretenen Brandmeister Steger übertragen.“ 

-VB 1913/1914 Stadt Nürnberg- Stadt AN 

1. Juli 1919

Der 24-stündige Wachdienst wird eingeführt. 1922.

„Die Automobilisierung der Löschgeräte führte zu einem gewissen Abschluß.“

- 50 Jahre Berufsfeuerwehr- Die Branddirektion 1925

1.April 1925

„50 Jahre Nürnberger Berufsfeuerwehr“- erstmalige Jubiläumsfeier. 

25 Jahre BF WW

Bild aufgenommen auf der Feuerwache West, es zeigt die Besatzung der Hauptfeuerwache (Kornmarkt)

Vorne links (hervorgetreten mit Säbel) Bauriedel; dann die Front abschreitend  Stadtrat Fey; Pfleger der Feuerwehr; ihm folgt in Uniform Branddirektor Sandberg weiter mit Stadtbaurat Hubert; Referent der Feuerwehr und schließlich Oberbürgermeister Dr. Luppe.

25 Jahre BF OW

Bild aufgenommen auf der Feuerwache West, es zeigt die Besatzung der Feuerwache Ost.

Von links Oberbürgermeister Dr. Luppe im Gespräch mit Baurat Bethke. Es folgen Obm Ulrich; Ofm Pirner, Schlager, Thoma, Grauvogel.

1925

Die Berufsfeuerwehrleute werden verbeamtet. Der Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Hermann Luppe (Amtszeit 1920-1933) ist oberster Dienstherr der kommunalen Feuerwehr.

9.November 1938

Die Synagoge in der Essenweinstr.7 wird von SA-Schergen angezündet. Die Feuerwehr muss die angrenzenden Gebäude schützen. Der Brand bleibt auf das Gotteshaus, das nicht gelöscht werden durfte, beschränkt.

(Siehe dazu auch – Eine politische Brandstiftung und das Verhalten der Nürnberger Berufsfeuerwehr von H.A. und H. G.)

3. Oktober 1939

Die Berufsfeuerwehr Nürnberg erhält einen neuen Namen und heißt künftig „Feuerschutzpolizei“ (FSchP). Grundlage hierfür ist das Feuerlöschgesetz vom  

23.Nov. 1938

Oberbürgermeister Liebel (ab 1935 neue Gemeindeordnung verankert Führerprinzip) bleibt „friedensmäßig“ oberster Dienstherr der FSchP. Im Luftkrieg (Luftalarm) wird sie dem örtlichen Luftschutzleiter, in Nürnberg dem Polizeipräsidenten (zuletzt Otto Kuschow, Oberst der Polizei), unterstellt. 

1933-1945

Ereignisse und Entwicklungen siehe dazu auch Aufsatz von H.A. „Die Feuerwehr in Nürnberg von 1933-1945“

April 1945

Ein großer Teil der Nürnberger FSchP wird von den Amerikanern gefangen genommen. Der organisierte Brandschutz bricht zusammen. Auf Befehl der amerikanischen Militärregierung werden 70 Beschäftigte der Feuerwehr entlassen, darunter das gesamte Ingenieur- Offizierkorps. Ende des reichseinheitlich organisierten von Berlin und der Polizei kommandierten Brandschutz. Der „Kriegs- Luftschutz- Feuerlösch- und Eingiftungsdienst“ wurde aufgelöst.

Wiedergeburt der städtischen Berufsfeuerwehr, der Wiederaufbau der kriegsbeschädigten Feuerwachen und Werkstätten beginnt.

17. Mai 1946

Das Bayerisches Feuerlöschgerät regelt den kommunalen Brandschutz, das „Kommando der Feuerschutzpolizei“ wird in die „Städtische Branddirektion“ umbenannt.

Die Berufsfeuerwehr wird dem städtischen Tiefbaureferat eingegliedert. Der Wiederaufbau des städt. Fernmelde- und Nachrichtennetzes, der Wasserversorgung (Hydranten und Löschteiche) wird von der BFN ebenso durchgeführt, wie die Beschilderung der kommunalen Straßen. Der FW Übungsdienst leidet in dieser Zeit des Wiederaufbaus erheblich unter diesen Aufgaben.

10./11. Nov. 1950

Die Berufsfeuerwehr gedachte ihres 75-jährigen Bestehens.

7. März 1951

Mit Direktionsverfügung wird die einheitliche Dienstbezeichnung „Feuerwehr- und Feuerschutzamt“ eingeführt.

1.11.1952

Das Feuerwehr- und Feuerschutzamt wird vorläufig dem Direktorium B zugeordnet (Referent Bürgermeister Loßmann).

1.5.1958

Das Feuerwehr- und Feuerschutzamt wird endgültig dem Direktorium B zugeteilt.

1.April 1975

Die Berufsfeuerwehr begeht ihr 100. Gründungsjubiläum. Der OB würdigt in seiner Ansprache auf dem Hauptmarkt die Verdienste der Feuerwehrmänner. Die BF stellt sich der Öffentlichkeit mit ihrem Fahrzeugpark und Können vor. Während dieser Zeit übernahmen einstweilen Männer der Freiwilligen Feuerwehr und dienstfreie Beamte die Besetzung der Feuerwachen.

Nach 199? (nocht nicht genau ermittelt)

Neue Amtsbezeichnung. Das Feuerwehr- und Feuerschutzamt wird in Feuerwehr Nürnberg umbenannt.

1. April 2000

Zeitgleich mit dem Stadtjubiläum (950 Jahre), begeht die BFN ihr 125 jähriges Bestehen. Neben einem Festumzug durch die Altstadt und einem Oldtimer-Treffen findet auf der Wöhrder Wiese eine umfangreiche Leistungsschau statt.

Aktuelles
08.05.2017
Nürnberg
18:00 Uhr
Vereinsstammtisch in der Gaststätte Gartenheim in der Gartenkolonie Hintere Marktstraße gegenüber Hausnr. 7. Jeder Interessierte ist herzlich willkommen.

13.05.2017
Kongresshalle
10:00 Uhr
Reinigungsdienst 1/2017

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