Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg (1464-1475)

Der Text wurde von mir nicht wissenschaftlich übersetzt. Er soll aufzeigen, wie schon in der angehenden Neuzeit der Brandschutz in Nürnberg organisiert wurde.

[96b] Von der Ordnung des Feuers.

Wenn in der Stadt ein Feuer ein Feuer ausbricht, so soll der Schaffer und Anschicker Conrat Gürtler auf der Peun, mit blasen der Hörner oder anschlagen der Feuerglocke oder direkt benachrichtig werden. Er soll sich dann zum Brandort begeben und den Leuten anweisen wo sich in der Nähe Leiter, Feuerkufften, Eimer und Spritzen befinden und die Leute gütlich anweisen eine Rettung einzuleiten.

Wenn man zum Feuer bläst oder die Feuerglocke läutet, sollen alle geschworenen Zimmer- und Steinmetzmeister mit ihren Gesellen und mit ihrem Werkzeug (Pickel und Axt)  zum Feuer kommen, das gleiche gilt für die Bader mit ihren Leuten. Sie sollen alle am Brandort tätig werden und helfen.

Wenn das Feuer gelöscht oder eingedämmt ist und es von den Feuermeistern angegeben wird, sollen etliche Gesellen von Steinmetzen, Zimmermänner und Helfer die darauf folgende Nacht bis auf den darauf folgenden Tag am Brandort bleiben um sicherzustellen, dass das Feuer nicht wieder entfacht wird. Sie sollen auch sicherstellen, das die Eimer und Kufften nicht gestohlen werden. Die Gesellen bekommen den gleichen Lohn wie Ihnen zusteht.

Einen Tag danach soll der Schaffer mit 5 Fuhrwerken und den städtischen Arbeitern alle eingesetzten Geräte (Eimer, Schöpfer, Leitern, Einreishaken) wieder an die Stelle bringen lassen, von der sie genommen wurden. Dabei sollen die Geräte überprüft werden, ob sie noch einwandfrei sind und durch das Feuer keinen Schaden genommen haben. Defekte Geräte sollen gemeldet werden und müssen vom Baumeister neu beschafft werden.

Desgleichen soll der Schaffer, alle Schöpfer, Karren, Kuften und alle Ledereimer zur Peunt bringen lassen. Dort sollen die Karren wieder mit den Schöpfer bestückt werden. Wo alte Schöpfer kaputt oder verloren gegangen sind sie zu ersetzten. Alle Karren sollen wieder unter die Hütten gestellt werden, aus der sie satmmen.

Auch soll der Schaffer die Ledereimer sofort mit Heu und Stroh auf das aller härteste ausfüllen und ausstopfen und an der Luft trocknen lassen. Erst danach soll er jedem Viertel- oder Feuermeister seinen Eimer wieder Heim schicken und Bestellen Ihn in Ihren Häusern wieder aufzuhängen. Er soll auch nachfragen ob alle Stockspritzen wieder vom Brand zurück gekommen sind.

Wenn es je zu einem Feuer kommen sollte, so sollen die Leute am anderen Tag zum Rathaus kommen und ihren Lohn (trinckgelt) abholen.

So sollen dann die Feuermeister die beim Feuer waren, und vom Rat benannt sind, zum Rathaus kommen und dann von der Lohnstube die Summe Geld fordern. Sie sollen einen Schreiber mit in die Stube nehmen und den Leuten ausrichten was hernach geschrieben steht.

Dem ersten, der mit einer Schleife mit Kuffte mit Wasser zum Feuer kommt und danach folgend mehrere Fuhren macht, mit einem oder zwei Pferden, den gibt man vier Pfund alt.

Ebenso den anderen, der eine Kuffte oder Karren mit einem Fass Wasser zum Feuer bringt, gibt man sechzig Pfennig.

Ebenso dem dritten der kommt gibt man dreißig Pfennig.

Ebenso den Vierten gibt man zehn Pfennig, ebenso den nachfolgenden.

Ebenso den oder dem ersten, der die Karren mit Feuergeräten zur Brandstelle bringt, die in Hütten in der Stadt stehen, gibt man sechzig Pfennig

Ebenso den oder dem anderen, die einen Karren zum Feuer schaffen bekommen dreißig Pfennige.

Ebenso den Schaffer und Anschicker für seine Mühe vierundzwanzig Pfennige

Ebenso den Türmern auf St. Sebald und St. Lorenz die die Sturmglocken anschlugen, auf jedem Turm zwölf Pfennige

Ebenso den Gesellen, die der Feuermeister bestellte, die in der Nach auf das Feuer aufpassten und den Tag blieben, jedem zwölf Pfennige.

Ebenso jedem Meister von Steinmetzen, Zimmermännern und Badern, die beim Feuer geholfen haben, gibt man zwölf Pfennige.

Ebenso jedem Zimmergesellen, Steinmetzgesellen, Stadtknecht, Püttlein, Patknechten und anderen, die beim Feuer gearbeitet haben, gibt man jedem sechs Pfennige.

Ebenso den Badern, was ihnen an Schaffen abgeht, verlorengegangen oder abhanden gekommen ist, zahlt man den Meister was er selber bezahlen muss. Für das Material das aus seinem Geschäft zum Feuer gebracht wurde zahlt man für eine große Schaff drei Pfennige, für eine kleine Schaff zwei Pfennige.

 

 

In dem „losungsbuch" von 1468, einer Aufzeichnung über alle vorgänge, wodurch die Finanzen  der Stadt berührt wurden, cod. membr. sec. 15, 4° im k. Archiv zu Nürnberg Nr. 319 (leider nur zum Teil erhalten) finden sich bl. 57. 58 folgende Bestimmungen über Feuersbrünste :  

Wenn ein prunst oder feur in der stat aufgeet, und man an siecht, welcher gesworner feuermeister unter steinmetzen und zimmerleuten dartzu kumbt. als sie dann pflichtig seyn, der ydem gibt man 12 pf., und haben sie dann gesellen oder knecht mit in dabey, der yedem gibt man 6 pf., heist man sie daun voп rats wegen aber nacht dabei beleiben, so gibt man in noch alsvil.

Desgeleichen den meistern der bader, die dartzu komen, ir ydem 12 pf., den padknechten ydem 6 pf., fur ein schaf 2 pf. oder 5 hlr., fur ein scheflein 1 pf. oder 3 hlr., darnach sie gewest sind. Desgeleichen auch den puttnern, darnach sie dann neue oder alte schaf dar geben haben. ltem dem, der das erste fuder wassers dartzu bringt, gibt man 4 pfunt alt, dem andern 60 pf., dem dritten 30 pf.

In dem Ämterbuch der Jahre 1424—1430 des k. Archive in Nürnberg ist auf dem letzten blatte der Anteil der „Lader" auf dem weinmarkt bei feuersbrünsten festgesetzt:

Item wenn feur auz kambt, das sie dartzu kumen und arbeitten, retten und helfen ze leschen, so sie best mügen getrenlichen [an] geverde. 1 Über die ent

 

Von den Torsperrern.

Mehr hat man in Neuheit einem jeden Torsperrer und Türleinsperrer geben sechs Ledereimer; dieselben Torsperrer vormals schaff hatten, die dann zu lechzten und zu viele. denselben Torsperrern ist gesagt, das sie solch Eimer zu keinem Feuer in die Stadt tragen noch senden sollen, sonder die Eimer bei ihnen behalten; wo Feuer bei den Toren oder Türlein, die sie sperren, aufging, so soll ein jeder sein Eimer dazu senden oder bringen etc. solch ihr Eimer, auch die andern Eimer sein alle gezeichnet mit einem N. auch so sollen die Tore und Türleinsperrer daheim bei ihren Häusern bleiben, wo Feuer auskommt, ob man ihr bedarf, das man sie bei ihren Häusern findet.  

Item den zweien Irherthürlein sperren ihr jedem sechs Ledereimer.

Item den dreien Torsperrern am Neuen Tor ihr jedem etc.

Item den dreien Torsperrern am Tiergärtner Tor etc.

Iem den dreien Torsperrern am Laufer Tor etc.

Item den zweien Werdertürleinsperrern etc.

Item den dreien Torsperrern am Spital Tor etc.

Item den zweien Torsperrern am Frauentore ihr jedem sechs Ledereimer.

 

Von den Müllern in der Stadt.

Es hat ein erhabener Rate hie von gemeines nutz wegen befohlen, den hernach geschrieben Müllern; Schleifen und Wasserkuffen zu geben und ihr jedem zwei Spritzen, also wenn Feuer auskommen, das sie dann förderlich ihr Pferd an dieselben schleifen setzen und Wasser darauf zu führen zu dem Feuer. auch soll man alle vierteil Jahrs bei den hernach geschrieben Müllern die Spritzen suchen, ob die vorhanden sein bei der pueß , die darauf gesetzt ist , wo man der nicht  findet, ein Pfund neuer Haller. die Spritzen sein alle gezeichnet und auch die Kuffen mit der Stadt Schild Nürnberg gebrannt.

Item des Schwabenmühle auf dem Neuenmühle ein Schleifen und Kuffen und zwei Spritzen.

Item des Drubachersmühle bei ihrer Stegen ein Schleifen und Kuffen und zwei Spritzen.

Item die Mühle hinter den Fleischbänken hat zwei Spritzen und ein Schleifen und Kuffen.

Item die Mühle mitten im wasser bei den Fleischbänken hat ein Schleifen und Kuffen und zwei Spritzen.

Item der Almosen Mühle hat etc. (wie früher).  

Item der Kröten Mühle hat etc.

Item der Müller bei Sant Katherein hat etc.

Item der Müller am Sant hat etc.

Item der Heintz Löffler bei Sant Ciaren hat ein einrössige(einspannig) Schleifen und Kuffen darauf.

Item der Thumirnit, der in der Waag fährt, hat ein einrössige etc.

Item der Göckerhennlein hat auch ein einrössige etc.

Item so hat man in den Neuen Spital auch geben ein Schleifen und darauf ein große Kuffen etc.

 

Von den Feuerschaffen in den Hütten.

So hat man an acht Enden in der Stadt gebaut etliche Karren, so darauf Schaff stehen, die alle gebrannt sein mit einem N, in den Hütten, als hernach geschrieben stehet; wo Feuer auskommt, das man dann solche Schaff dazu förderlich führe, und die Schlüssel zu denselben Schaffhütten haben die nächsten Nachbarren bereit; welcher dann der erst mit einem Karn mit Schaffen kommt zu dem Feuer, dem gibt man als hernach stehet geschrieben. so ist ein auf einem Karren bei fünfundzwanzig Schäfflein.

Item bei dem Irhertürlein zwei Karn mit Feuerschaffen in der Hütten daselbst.

Item neben dem Tiergärtner Tor zwei Karn mit Feuerschaffen so in der Hütten.

Item neben dem Luginsland zwei etc. (wie vorher).

Item neben dem Inneren Laufer Tor zwei etc.

Item im Marstall zwei etc.

Item auf der Peunt stehen zwei Karnen mit Feuerschaffen.

Diese Art von Hilfsmittel , um Wasser zu der Brandstätte herbeizuschaffen, hat sich in Nürnberg bis auf den heutigen tag erhalten.

Item neben dem Inneren Frauen Tor zwei Karen mit Feuerschaffen in der mitten.

Item neben dem Weißen Turm, dem Inneren Spitaler Tor zwei Karen mit Feuerschaffen in der mitten.

Item so stehet auf der Peunt alle wegen bei vier oder fünf Karen, darauf Wasserfass gebunden und ganz bereit sein, ob Feuer auskommt, das man Pferd daran setzen und Wasser darauf zu karren möcht.

 

Von den Feuerleitern in Sant Sebald pfarre.  

Mehr hat man an den hernach geschrieben Wänden und Häusern hängen alle wegen zwei lang Feuerleitern und zwei Feuerhacken an Stangen, wo Feuer auskäme, das man dann solch Leitern und Haken dazu holen mag, damit man Bürger zu retten und das Feuer unterjochen mag. und sein die hernach geschrieben Leitern in Sant Sebald Pfarr also vorhanden.

Item an des Eaben-Haus am Weinmarkt im Gässlein Haken und Leitern.

Item am Gewandhaus hinten gegen des Grasershof über Haken und Leitern. *  

Item am Gang unter den Candelgiessern oben vor ihren kremen h. u. 1.

Item oben auf der langen Brücken gegen dem Schweinmarkt h. u. 1.

Item am Findelhaus bei dem Irhertürlein auf dem Neuenpaw h. u. 1.

Item bei dem Neuen Tor an des Wagners-Haus in der Gassen gegen dem Tiergärtner Tor h. u. 1.

Item hinten an dem Irherpat h. u. 1.

Item an des Vollantz-Haus in der Gassen auf der Füll h. u. 1.

Item an Hannsen Tuchers-Haus vorn in der Huntgassen h. u. 1.

Item bei dem Tiergärtner Tor oben an der Stadtmauer h. u. 1.  

Item unter der Veste gegen des Pecherers-Haus über h. u. 1.

Item des Ellwangers Gartenmauer hinten an der Sollnergassen h. u. 1.

Item an der Prediger Kloster hinten gegen der Stromerin mit der Rosen Hinterhaus h. u. 1.

Item an Pertholt Volckamers Hinterhaus h. u. 1.

Item an Pertholt Holtzschuerin-Haus auf Eistetter-Hofe h. u. 1.

Item an der Neidungen-Haus h. u. 1.

Item an saut Gilgen Gartenmauer gegen Peter Mendels-Haus über h. u. 1.

Item an der Hirsselgassen gegen des Nörtweyns garten hinten h. u. 1.

Item an der Hirsselgassen gegen dem äußern Laufer Tor an des Planckensteiners-Haus h. u. 1.

Item an dem Juden Kirchhof vorne h. u. 1.

Item an des Grasers Stadel an der Elendengassen h. u. 1.

Item bei dem Inneren Laufer Tor im Stadtgraben h. u. 1.

Item an des Pirörtels haus bei dem Inneren Laufer Tor h. u. 1.

Item an des Meyen Pirprewers Hinterhaus in der' Gassen gegen der Judengassen h. u. 1.

Item außen an der Schmeltzhutten am Sant gegen dem pat h. u. 1.

Item an der Priester von unser lieben Frauen Hinterhäusern, die dort stehen auf dem Spital Kirchhoff, Haken und Leitern.

 

Von den Feuerleitern in Sant Lorenz pfarre.

Mehr hat man bei Sant Katherein hinten an dem Marstall auf dem Graben Haken und Leitern.

Item auf dem platz hinter sant Lorenz vorn in des Derrersgassen Haken und Leitern.  

Item auf der Peunt Haken und Leitern.

Item an Sant Ciaren Brauhaus h. u. 1.

Item an Sant Ciaren Gartenmauer an der Fleischgassen hinten gegen dem Fischbach h. u. 1.

Item an des Planckensteiners-Häusern bei dem Plombenstern h. u. 1.

Item an Sebolt Behems-Haus bei den zwölf Brüdern auf dem Graben h. u. 1.

Item an Laurentz Rumeisgarten an der Walg bei der Hüll h. u. 1.  

Item an des Ereß-Stadel an der Lodergassen h. u. 1.

Item an des Models Messingslahers-Haus bei dem äußern Spitaler Tor h. u. 1.

Item hinten am Deutschen-haus als der Fischbach daraus geht h. u. 1.

Item am Deutschen-Haus vorne bei Sant Elspetten auf dem Graben h. u. 1.

Item am Kornmarkt in der Gassen gegen der Almosen Mühle

Item an der Störrin-Hinterhaus in der Gassen neben dem Jelers h. u. 1.

Item an der Herren von der Frauen Brüdern neuen Kapellen u. 1.

Item in der Gassen neben Lorentz Rumeis-Haus, daran der Straße stehet h. u. 1.

Item an der Hertzogin Hinterhaus bei Sant Lorenz h. u. 1.

Item am Findelhaus an der Breitengasse am Fischbach h. u. 1.

Item bei dem Inneren Frauen Tor an der alten Stadtmauer h. u. 1.

Item an Sant Kunigunde Kapelle bei Sant Lorenz h. u. 1.

Item [an] der Barfüßer Kirchen gegen dem Hafermarkt h. u. 1.

Item auf der langen Brücken gegen Cristan Weissen-Haus h. u. 1.

Item an der Badstuben im Werde h. u. 1.

Item an des Schwaben Mühle auf dem Neuenpaw h. u. 1.

Aktuelles
08.05.2017
Nürnberg
18:00 Uhr
Vereinsstammtisch in der Gaststätte Gartenheim in der Gartenkolonie Hintere Marktstraße gegenüber Hausnr. 7. Jeder Interessierte ist herzlich willkommen.

13.05.2017
Kongresshalle
10:00 Uhr
Reinigungsdienst 1/2017

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