Brände in Nürnberg chronologisch

(bis in die bayerische Zeit - Auszüge verschiedener Chroniken)

Eine zusammenfassende, veröffentlichte Brandchronik Nürnbergs gibt es bis heute nicht. Die hier aufgeführten Feuersbrünste wurden aus den verschiedensten Druckwerken zusammengetragen, erfassen aber nicht alle Ereignisse.

Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass die „Nürnberger Altstadtberichte" der Altstadtfreunde einen nicht unerheblichen Beitrag in dieser Zusammenfassung stellen. Quellen allerdings, sieht man vom ersten Brandbericht einmal ab, sind nicht aufgeführt (Hervorhebungen = Verdeutlichung der Autoren).

736 Erster Brandbericht

"Zum Jahre 736 erzählen uns die Chroniken bereits mit großer Ausführlichkeit, dass eine Feuersbrunst bei einem gewissen Georg Lichtensteiner, der auf dem Weinmarkt wohnte, ausbrach, dass ein sechsjähriges Kind, dessen Kleider sich entzündeten, die Ursache war und dass 18 Häuser ein Raub der Flammen wurden, wobei 3 Männer, 2 Frauen und 5 Kinder elendiglich ums Leben kamen". ( Dr. Emil Reicke - Geschichte der Reichsstadt Nürnberg - Seite 9)

 Bemerkung: zu Chroniken und Zahlenangaben

 

821 Holzkirchlein St. Peter

Feuer vernichtet das aus Holz gebaute St. Peter Kirchlein in der vor 20 Jahren der Heilige St. Sebald begraben wurde. Später wurde darauf die Sebalder Pfarrkirche gebaut.

 

1255 Geiersberg

"Ein anderes Kloster, das der Augustiner, errichtete man gegen 1255 in der Gegend des heutigen Neutors beim Geiersberg, also außerhalb der damaligen Stadt. Nach einem Brand wurde die Niederlassung aufgegeben und das neue Kloster weiter stadteinwärts gelegt".

Bemerkung: Das neue Augustinerkloster wurde im Bombenkrieg zerstört. An diesem Ort steht heute ein häßliches Parkhaus. Der Name des "Augustinerhofes" erinnert an das Kloster.

 

1341 3. Juli Am Heumarkt

"Ist in der St. Egydiengasse, am Heumarkt bei der alten Kohlerin ein Feuer ausgekommen, daß innerhalb zwei Tage und Nächte 400 Häuser abgebrannt sind."

Bemerkung: Die Anzahl.400 erscheint zu hoch. Es müssen aber sehr viele gewesen sein, vielleicht vierzig?

 

1361 17. März Pfarrhof St. Sebald

"Am St. Gertrautentag zu Abend, ist der Pfarrhof bei St. Sebald, darinnen man des Kaiser IV., welchem im Jahr am Tag Wenzeslaus den 28. Sept. 1360 ein Sohn geboren, welcher bis auf diesen Tage über 5 ½ Monate lang ungetauft liegen geblieben, ist er am obengenannten Datum in der St. Sebalduskirche getauft und nach seinem Geburtstag - Wenzeslaus genannt worden. Bei der Wärmung des Taufwassers entstand ein großes Feuer, so daß noch am selbigen Abend der Pfarrhof völlig abbrannte."

 

1365 Goldene Gans

„Sind gegenüber der goldenen Gans an die 14 Häuser völlig niedergebrannt und hat großen Schaden getan."

Bemerkung: Historische Gastherberge i.d. Winklerstr. 1488 erstmals als Gasthaus erwähnt.

 

1395 Dominikanerkloster

„ Ist hier im Prediger Kloster, oder bei den Dominkanern ein Feuer ausgebrochen, durch welches das ganze Kloster angebrannt ist."

Bemerkung: Dominikaner oder auch als Predigerkloster bezeichnet. An der Burgstr. gelegen 1807 abgebrochen Zeitweise Stadtarchiv.

 

1397 Rossmarkt; des Volkamers Haus

„ Am Dienstag nach dem Kreuzhebungstag, ist auf dem Roßmarkt des Volkamers (Jetzt Dillersche Behausung) völlig abgebrannt".

Bemerkung: Adlerstr. nach Josephsplatz, der vorher Kornmarkt hieß.

 

1418 Fleischbänke/Fleischhaus

Kurz vor dem Zinskauf durch die Stadt scheint noch ein Unglück geschehen zu sein. Eine Chronik meldet kurz und bündig:

„1418. Da prunnen die Fleischpenck ab zu Nürmberg". Müllner ergänzt: „Das Feuer war auskummen von Kohlhäfen" (was auf eine ziemlich offene Lage der Bänke hindeutet).

Wie fast immer in solchen Fällen läßt sich das Ausmaß des Schadens nicht genau feststellen, aber daß der Rat die lebenswichtige Anlage rasch ausgebessert oder neu erstellt hat, ist sicher.

Bemerkung: 1426 wird erneut von einem Brand berichtet. Vermutlich handelt es sich um verschieden Zeitangaben aber um dasselbe Feuer.

 

1420 Burggrafenburg niedergebrannt - Löschverbot durch den Rat?

"Der Burggraf, oder wie wir sagen dürfen, der Markgraf Friedrich war damals gerade in einer Fehde mit Ludwig dem Bärtigen, Herzog von Bayern - Ingolstadt verwickelt. Im Verlauf dieser Fehde rückten am 21. Oktober 1420 in einer finsteren und regnerischen Herbstnacht Christoph Layminger, der bay. Pfleger und Amtmann des Schlosses zu Lauf, das damals im Pfandbesitz des Herzog Ludwigs gewesen zu sein scheint, vor die kleine burggräfliche Veste, erstieg sie und brannte sie trotz strömenden Regens gänzlich nieder". Die Besatzung muss offenbar nur schwach und auf diesen Schlag nicht vorbereitet gewesen sein. (...) Spätere Chroniken und mit ihnen Müllner berichten, der Layminger habe dem Rat von Nürnberg sein Vorhaben mitgeteilt und ihn aufgefordert, sich ganz neutral zu verhalten. Darauf hätte der Rat, um die Aufmerksamkeit von dem Unternehmen des bayerischen Pflegers abzulenken. In derselben Nacht einen Tanz auf dem Rathause veranstaltet und als die Burg in Brand geraten, den Bürgern geradezu verboten das Feuer zu löschen".

 

1426 Hinter den Fleischbänken

„Am Montag vor unserer lieben Frau Geburtstag, ist hinter den Fleischbänken ein Feuer ausgebrochen, in dem zwei Schuster und 14 Häuser verbrannt sind. Es war ein großes Feuer und es ging ein sehr heftiger Wind, daß jedermann besorgt war, die ganze Stadt könnte abbrennen". (siehe auch 1418 gleiches Feuer?)

 

1428 St. Katarinen Kloster

„Zwischen Galli und Simon Juda Tag ist das St. Katarinen Kloster, von den Prediger Mönchen abgebrannt worden und wurde den Nonnen ihre Lichter alle vermauert, dazu wurde ihnen verboten, daß sie nicht mehr Fleisch essen dürften".

 

1432 Brände im Reichswald

„Hat sich um Nürnberg der Wald vor großer Hitze an etlichen Orten angezündet und ist viel Holz verbrannt".

 

1435 Judengasse und unter den Vesten

„An unserer Frauen Lichtmeßtag , zu Nacht, hat es in der Judengasse bei den langen Fritzen gebrannt. Dergleichen ist unter den Vesten, in des Pacheners Haus bei Hannes Voiten ein Feuer ausgekommen, davon das Eckhaus hinter des Uffinger Hauses und noch 4 Häuser verbrannt sind. Dazu viele Waren, die Christen bei den Juden als Pfand eingesetzt hatten, davon die Juden den Christen nichts bezahlen durften".

 

1437 Dürrenmühle;

Am 5. Januar ist in die Dörrenmühle, beim neuen Bau völlig abgebrannt.

 

1438 am Fischbach Haus mit drei Menschen

Am Freitag vor Laurenze ist am Fischbach des Fleuchernes Haus samt 3 Personen verbrannt.

 

1442 Brände Reichswald

„1442 hat sich wiederum der Wald um Nürnberg vor so großer Hitze entzündet und viel Holz verbrannt".

 

1453 Im unteren Wehrd ;unter den Hutern; bei St. Jakob; bei den Fleischbänken

"Ist im unteren Wehrd, im Bad ein Feuer ausgebrochen, welches großes Schaden anrichtete. Desgleichen sind unter den Hutern, an der Pegnitz 12 Häuser samt einem Schuhmacher, Hebenstreit genannt, verbrannt. Ferner ist bei St. Jakob ein Haus völlig abgebrannt, Gleich ist bei den Fleischbänken ein Haus völlig bis zum Grund abgebrannt".

 

1465 Gostenhof- viele Häuser

(Manche meinen 1479) „Ist in Gostenhof eine Feuersbrunst entstanden, welche großen Schaden angerichtet hat und sehr viele Häuser abgebrannt sind".

 

1466 Sakristei der Frauen Kapelle

„Am Montag vor unserer Frauen Lichtmeß Tag ist in der Frauen Kapelle in der Sakristei ein Feuer entstanden , dabei ist an den Kleinodien, Kelchen und Heiligtümern großer Schaden entstanden."

Bemerkung: Vermutlich Klarakloster.

 

1472 Brände Reichswald

„Hat sich abermals der Wald um Nürnberg vor Hitze abermals entzündet, wie es von Ostern bis Pfingsten bis Michaeli fast nicht geregnet hat."

 

1473 Breite Gasse 4 Häuser

„Sind in der Breiten Gasse 4 Häuser abgebrannt."

 

1479 Zisselgasse

Als in der Nacht vom 5. zum 6. August 1479 laute Hornsignale von den Türmen ertönten, die Feuerglocken anschlugen und kräftige Flammen aus dem Haus des Schmiedes Hans Eyber gegenüber dem Tiergärtnertor schlugen, stand Nürnberg kurz vor einer Brandkatastrophe. Das Feuer fraß sich Haus für Haus die Zisselgasse (heute: Albrecht-Dürer-Straße) abwärts, da keine festen Zwischenmauern vorhanden waren und der Wind die Flammen zu immer größerer Eile antrieb. Die ganze Hoffnung der vergeblich Löschenden richtete sich nun auf das Löffelholzsche Haus (später Nr. 26), dessen nördliche Giebelwand aus Backsteinen bestand. Tatsächlich gelang es mit vereinten Kräften, dort die Feuerwalze zu stoppen und den Großbrand allmählich unter Kontrolle zu bringen. Er hatte am Ende sechs Häuser vernichtet und den Bewohnern fast ihr gesamtes Hab und Gut genommen.

 

Eine andere Chronik, gleiches Ereignis verschiedene Angaben:

Am St. Lorenzi Tag ist bei dem Tiergärtnertor bei einem Schmied Ein Feuer ausgekommen, bei dem noch 9 Häuser abbrannten."

 

1481 Herrenbräuhaus

Der Rat aber hatte mit seinem eigenen Bierbrauen nicht viel Glück, denn nur 10 Jahre nach seiner Erbauung brannte das Herrenbräuhaus am Hisserlein bis auf den Grund nieder. „Am Freitag nach Fastnacht ist das Barfüsser Bräuhaus, am neuen Bau bei dem Steig abgebrannt."

Bemerkung: Siehe auch 1506 städtisches Bräuhaus.

 

1482 Innere Laufergasse; Menschen sterben

„Am Lorenzi ist in der inneren Laufergasse in einem Pfrangerhaus ein Feuer ausgekommen in dem 4 Häuser und 8 Personen verbrannten."

 

1488 Hinter der Peunt ; am Fischbach und Bräuhaus

„Kam Hinter der Peunt ein Feuer aus, wurde aber bald gelöscht. Desgleichen ist am Lorenzgraben ein Feuer ausgebrochen welches großen Schaden anrichtete." Am Feiertage vor Lichtmeß ist am Fischbach das Bräuhaus abgebrannt.

 

1490 Spittlertor

„ Am Freitag vor Lichtmeß in der Nacht ist bei dem Spittlertor in einem Prangers und einem Visirershaus ein Feuer ausgekommen welches großen Schaden anrichtete."

 

1493 27. Juli Breite Gasse

Am 27. Juli 1493 gegen Mitternacht hallte wohl endlos langes Tuten und Blasen, unterbrochen durch einzelne Glockenschläge, von den Türmen: In der Breiten Gasse brannten zwei Häuser. Es gab keine Rettung, denn „der Vischpach was nit hinnen [= herinnen]", wie ein Chronist den Mißerfolg erklärt; "man hets sunst gar leiht erlescht". Tatsächlich bedeutete der Bach in Feuersnot eine große Hilfe.(...) Aber was half die beste Wasserversorgung vor der Tür, wenn der Fischbach „abgeschlagen" (abgeleitet) und sein Bett leer war! In der Breiten Gasse, brach bei einem Messerer ein Feuer mit großem Schaden aus. Desgleichen ist am Fischbach im Sachsenhaus auch ein Feuer ausgekommen mit großen Schaden.

 

1499 Judenfriedhof

„Ist der Judenkirchhof mit samt den nahestehenden Häusern völlig abgebrannt."

Bemerkung: Außerhalb des J.-Viertels angelegt bei heutiger Münzgasse/ Laufer Gasse. 1498/99 wurde der Grund auf Ratsbeschluss a. d. Bürgern verkauft, die Grabsteine als Baumaterial verwendet. Vermutlich Zusammenhang mit Vertreibung der Juden aus Nbg.

 

1502 19. Juni Explosionsunglück

Beim Austeilen der Munition vor dem Zeughause entstand durch Unvorsichtigkeit eines Knechtes, der eine glimmende Lunte in ein Pulverfass fallen ließ, eine große Explosion, durch die eine Menge der Umstehenden getötet und verwundet und abgerissene Arme, Beine und Körperfetzen bis in das Frauengässchen, ja bis in die Breite Gasse geschleudert wurden. Desgleichen wurden auch eine Menge Häuser der Nachbarschaft, darunter auch das Frauenhaus selbst beschädigt. „ Am Samstag vor Johannistag, als man vor dem Zeughaus den Knechten, welche wider Marktgraf Kasemir auf die Kirchweih Afaltersbach, darauf die von Nürnberg den Schutz hatten, ziehen mussten, Pulver ausgab, da kam ein ungefähr ein Funke von einer brennenden Lunte in eine Tonne Pulver, welche alsbald anging und um sich stieß, hat an dabeistehenden Personen, wie auch an unterschiedlichen Häusern absonderlich am Zeughaus großen Schaden getan und wusste niemand durch wem solches Unglück geschehen ist" Bemerkung: Siehe dazu die Schlacht vor Nürnberg am 19. Juni 1502.

 

1502 Zottenberg

Am St. Mathäustag in der Nacht ist am Zottenberg, in dem Eckhaus gegenüber dem Brunnen Hannsen, welches ein Wirtshaus war, ein Feuer ausgekommen das bald gelöscht werden konnte. Nachdem nun jedermann nach Hause gegangen in der Meinung das gelöschte Feuer keinen Schaden mehr anrichte, da ging das Feuer erst recht an und brannte bis an das Eckhaus, wo man Kapadozia hineingeht, dann die Hinterhäuser so an Kapadozia anstießen, die haben auch angefangen zu brennen und es ist ein großer Schaden entstanden.

Bemerkung: Zotenberg - Martin-Treu-Str./Platnersgasse. Zotenbergbad .

Kapadocia: Nach Ähnlichkeit einer Kappe wurden drei Gegenden als >Kappenzipfel< bezeichnet.

1. Hinterer Teil der Langen Gasse

2. Die heutige Kappengasse

3.Ein Hof in der heutigen Hans-Sachs-Gasse -vermutliche Brandstätte.

Cappadocia = latinisierte Form von Zipfel - klingt vornehmer

 

1502 Weidenmühle

„Vor Weihnachten ist die Weidenmühle bei der Hallerwiese völlig von Grund auf weggebrannt."

 

1506 städtisches Bräuhaus + Herrenlederhaus

Für den Verkauf stand den Rotgerbern ein „Lederhaus auf dem Newenpaw" zur Verfügung, das 1478, wohl vom Rat, „gepaut und vollpracht" worden war, aber schon 1506 beim Brand des angrenzenden städtischen Bräuhauses wieder unterging.

Bemerkung: Unordnung beim Löschen und Verweigerung „denn es gehört den Herren". Siehe 1645 Leder-Viertel.

Auch dürfen wir nicht glauben, daß den gegebenen sehr vernünftigen Vorschriften stets pünklich und gewissenhaft Folge geleistet wurde. So einmal im Jahre 1506, als das sog. Herrenlederhaus abbrannte, scheint es recht unordentlich zugegangen zu sein. Die Leute wollten nicht Löschen und die Feuerherren wurden vom Rat angewiesen, sich die Feuerordnung anzusehen, "damit eß hinfüran desterpaß ordnung gehalten werde."

12. März am Tag Gregori, eine Viertelstunde in der Nacht ist das gemeine Bräuhaus bei der Almosmühle samt einem Lederers Haus völlig abgebrannt. Das Feuer kam aus einem Eckhaus in dem kleinen Büttnerhäuschen, da die Büttner ein Fass geeicht und haben das Feuer nicht richtig herausgetan, so ist auch alles Zeug mitverbrannt und es war niemand der löschen täte, sondern jedermann sprach: „laß brennen denn es gehört den Herren".

 

1506 24. Juli Frauentor -Herrenzwinger

„Am St. Johannestag um 1 Uhr in der Nacht hat es am Frauentor in dem Herrrenzwinger gebrannt. Es kam dieses Feuer von der Buben Sumetfeuer durch das werfen mit dem Rohr aus. Der Heiligenstuhl soll gebrannt haben."

 

1506 Holzschuherhaus

„1.Sept. am Egidyentag ist oberhalb St. Sebald in dem alten Georg Holschschuherhaus ein Feuer durch eine Wäschemagd ausgekommen, welches aber ohne sonderlichen Schaden bald gelöscht wurde."

 

1514 Bei den sieben Türmen

„ Am Samstag vor Michalea ist bei den sieben Türmen wo man vom Irrer Bad zum Neutor geht, eine Brunst entstanden, wobei 8 Häuser abgebrannt sind."

 

1515 25. Jan. Dörrenmühle + Pulvermachers Haus- viele Tote

Am Pauli Bekehrungstag Tag ist die Dörrermühle zum zweiten Male abgebrannt, nebst der Sägemühle samt 16 Schweinen und 100 Sim. Korn. Am heiligen Pfingst Abend ist bei dem Wöhrder Türlein bei einem Becken auf den Boden durch glimmende Aschen ein Feuer ausgekommen und durch die Wand in das daranstehende alten Harschers, Pulvermachers Haus, darinnen viel Pulver gewesen, welches nicht bald aus dem Hause getan worden, auch denen Leuten, so zum Feuerlöschen zuliefen, unbewußt daß ein Pulver im Hause wäre, als nun das Feuer dazu kam, und das Pulver ergriff, stieß solches das Dach hinweg, verbrannte und stieß viel Leute, die löschen und das Feuer dämpfen wollten, daß ihrer etliche alsobald, teils aber nachher starben. Da trug man die armen verbrannten und toten Leute daher, welches erbärmlich zu sehen war und tat dieses Feuer nicht allein an Menschen, sondern auch im Hause noch großen Schaden mehr, weil der Harscher den Leuten solches verhalten, wenn man solche Wiese vorsichtiger gewesen wäre, daß vielleicht Nicht so großer geschehen, manches sein leben erhalten können."

 

1520 Das Rathaus zu Wöhrd

„An unserer Frauenverkündigungs Tag in der Nacht, ist zu Wöhrd das Rathaus, samt noch 3 anderen Häusern abgebrannt und es geschah großer Schaden an den alten Gerichtsbüchern und alten Händeln, die da mit verbrannt sind, kam das Feuer von den Spänen aus, die vor der Tür zum Schlot dort aufgeschüttet waren."

 

1540 Die „Mordbrenner"

„ Sind um die Stadt, in den Nürnbergerischen Dörfern viel Brünste geschehen, weil sich damals eine Gesellschaft zusammen getan, welche man Mordbrenner geheißen hat."

 

1545 Doktor Stube

„Mittwoch den 26. Oktober hat es hier auf dem Rathaus, zwischen der Kanzlei des Jakob Schwanders Stuben, der damals auf dem Rathaus saß in der Doktor Stube gebrannt, als man dort geheizt hat stand eine Schachtel mit Briefen auf dem Ofen, die wurde brennend und die Stube war versperrt, daß niemand hineinkommen konnte, geschah an Büchern und Briefen großer Schaden".

 

1553 Altdorf 2. Markgräfler Krieg

Der Markgraf rückte nun am 2. Juni vor Altdorf, das sich ohne Gegenwehr ergab. Darauf ließ er das „arme Volk" aus der Stadt und das Landvolk der Umgegend, soviel er dessen zusammenbringen konnte, mit Weib und Kind und Vieh in die Stadt einsperren und diese an vielen Orten zugleich anzünden, wodurch eine große Menge Menschen - man sprach von achtzig - jammervoll durchs Feuer umgekommen sein sollen. Von dem Städtchen blieben nur die Kirche und einige wenige Häuser samt einen Teil der Mauern stehen. Ähnlich unmenschlich verfuhr der Markgraf gegen Lauf, wo namentlich viele unschuldige kranke und schwache Personen im Hospital verbrannt wurden. An diesen allerdings vorzugsweise von Nürnbergischer Seite berichteten Greulthaten zu zweifeln, haben wir keinen Grund. (...) Auch heißt es, dass die Windsheimer, die, durch eine starke Besatzung der Verbündeten verstärkt, am 15. Juni Neustadt a.d. Aisch einnahmen und die ganze Stadt samt dem Schlosse ausbrannten, dies nur aus Rache für die Altdorfer Greuel gethan hätten.

Bemerkung: Siehe dazu „1552 2. Markgrafenkrieg" u. a. die Beschießung Nürnbergs. Brandschatzung und Mordbrennen durch alle kriegsführenden Parteien.

 

1557 an der Weißgerbergasse

Den 15. Mai, am Auffahrts Abend, nach der Vesper, um fünf gen Nacht ist auf dem Neuenbau, an der Weißgerbergasse in der Mädgen Findelein Feuer auskommen, dadurch solches völlig vom Grund aus abgebrannt ist und verbrannte viel Dinglich drinnen, es war ein solches Feuer, daß man die Häuser gegenüber mit nassen Ochsenhäuten belegen mußten damit sie nicht brennend wurden, und wurde also die Weißgerbergasse mit großer Mühe gerettet, wußte niemand wie solches Feuer auskommen ist.

Bemerkung: Interessant die Erwähnung Häute zum Abdecken der Häuser zu benutzen.

 

1584 Zwinger bei der Walch; Explosion

„Den 10. August zu früh um der Rat läuten, wollte Hans Stern, nebst Balthasar Herold auch eines Ehrbaren Rats verordneter Stückgießer drei neuer Falkonet-Stücklein , welche auf den allhiesigen Wasserturm kommen sollten und gemeldeter Herold gegossen hatte probieren, in dem Zwinger bei der Walch, neben dem Turm, welcher mit den Buchstaben G und Nr. 7 bezeichnet ist, täte gedachter Herold, als Stückgießer den ersten Schuß, der geriet ihm wohl und ging weit ins Feld hinaus. Den anderen Schuß tat hernach der Zeugmeister, als oben genannter Hans Stern. Als er das Stücklein gerichtet, hat einer aus seinen zugeordneten Handlangern zu ihm gesagt, es sei gar zu nieder gerichtet, er solle höher richten, darauf habe der Zeugmeister geantwortet, er solle ihn zufrieden lassen, er wisse recht wohl wie er solches richten solle. Indem geht Hans Görtz, ein Zimmermann im Zeughaus hin und will Achtung auf den Schuß geben. Da prellt die Kugel auf die Erde und begiebt sich wieder in die Höhe und gerät unversehens in einen Turm, darinnen viel Schwefel sammt 4 Tonnen Pulver war, die gingen alsobald an, zersprengte den Turm, daß solcher in den Stadtgraben fiel. Der Hans Görtz, welcher nahe dem Turm gestanden, wurde in die Höhe geworfen und so verbrannt, daß ers sein sein Lebtag ein armer Mensch sein mußte. Wie wohl man auf allen Türmen sehr angeschlagen hatte, konnte man doch nicht eher eine Rettung tun, weil sich niemand hineinwagen wollte, bis der Turm eingefallen und im Stadtgraben lag. Solches Unglück hat bald dritthalb Stunden lang gewährt und es ist großer Schaden geschehen. Der Zeugmeister wurde abgesetzt. Der Turm wurde wieder aufgebaut und zu dessen Wahrzeichen wurde in der Mitte des Turmes eine Rose gehauen."

Bemerkung: Auf der Walch = heute Färberstr.

 

1606 Kartäusergasse; viel weggetragen und gestohlen

„Den 26. Februar eine Stunde vor Mitternacht ist in der Kartäusergasse, in des Georg Riegers Bierbrauereibehausung, durch Verwahrlosung eines Jungen, welcher mit einer brennenden Schleiße zu der Dörre sehen wollte, davon ein Funke ins Malz gefallen, dadurch solches angegangen und ein großes Feuer daraus entstanden, war an einen solchen engen Ort und währte 5 Stunden, war damals sehr kalt und war niemand gleich zu löschen da als nur etliche wenige Nachbarn. Man schlug stark an, da kamen erst die dazu verordneten Leute, da geschah eine große Rettung, es ist der obere Boden samt den Dachstuhl nebst vielen Getreide und Malz verbrannt. Es wurde auch viel weggetragen und gestohlen an baren Geld, Silbergeschmied und Bettgewand. Auch anderes mehr so auf die Gasse herabgeworfen worden so er nicht mehr bekommen. Absonderlich hat ein Rotschmied, des Hans Scherben Sohn so insgeheim das Düttenmaul genannt, sein Schatz in der Brunst erwischt, darunter etwas altes Rollsilber, Schaugroschen auch Löffel gewesen hinweggenommen, davon er teils zwar wieder geben, doch wurde er deswegen in das Loch gesetzt und zu dem Schwert verurteilt, ist aber den 25. April davon erbeten worden."

 

1607 Rotgasse Schreinerhaus

„Den 21. Nov. ist in der Rotgasse einem Schreinerhaus unten im Keller, darinnen viel Hobelspän Kraut, Schmalz und Rüben gewesen, ein Feuer ausgekommen. Man hat 24 Stunden gelöscht und nicht angeschlagen. Es wurde vom Fischbach viel Wasser in den Keller geschüttet, bis das Feuer gedämpft war. Danach wurden 3 Fuder verbrannte Späne vor das Tor gefahren, die aus dem Keller getan worden sind."

 

1615 Almoshof 16 Wohnhäuser; Angezündet durch Sohn des Baumeisters

„ Den 29 Mai ist zu Almoshof durch Verwahrlosung eines Schusses eine große Brunst entstanden, da durch 16 Wohnhäuser, etliche Stadel, Schupfen und Viehställe, in allen 38 Zimmer auf den Grund abgebrannt, und soll der Schuß durch H. Wolf Jakop Stromers Baumeisters ältesten Sohn geschehen sein, der in seinem Schloß allda, sammet etlichen jungen Geschlechtern und einen Einspänninger ein kleines Feld-Schlänglein losgeschossen haben, da ist der Lumpen, damit die Kugel gefüttert gewesen, auf ein Strohdach gefallen und also brennend worden. Der Stromer aber hat entweichen müssen vor den Bauern, sie hätten ihn sonst entweder erschlagen oder ins Feuer geworfen. Er hat solches nicht gestehen wollen daß er den Schuß getan hätte, sondern gesagt, der Einspänninger habe den Schuß getan. Es sei nun wie ihm wolle, so ist das Unglück geschehen, doch ist der Stromer bestraft worden, und den abgebrannten Bauern hat man erlaubt, allhier in der Stadt und auf dem Lande zu sammeln und wurde ihnen von einem ehrbaren Rat Holz gegeben, daß sie wieder bauen konnten."

 

1645 16. Juli Obere Ledergasse Großbrand

Siehe Ledererviertel Helmut

 

1660 Gibitzenhof Brandstiftung; Hinrichtung mit dem Schwert

" Den 11. Okt. in der Nacht hat zu Gibitzenhof eine Bauernmagd, Margarethe Abrahamin, (welche hernach mit dem Schwert ist gerichtet worden) ihrem Bauern, bei dem sie gedienet, in den Stadel Feuer eingelegt, dadurch ist dieser Stadel, samt dem Haus und noch anderen Zimmern abgebrannt sind."

 

1663 Haus des Stadtarztes Schlot brennend; Gottesdienst wird unterbrochen

„ Den 26. März, am hl. Ostertag zu frühe unter der Predigt, ist an der Barfüßerbrücke, neben dem silbernen Glöcklein, am Eckhaus, darinnen Johann Adam Günther, Stadtarzt, wohnhaft, der Schlot brennend worden, davon kam also das Geschrei in die Lorenz Kirche, daß also die Leute heraus und dem Feuer zu liefen, deswegen der H. Prediger Wülfer mit den Predigen still halten mußte, bis sich die Leute wiederum versammelten. Desgleichen ist auch im neuen Spital, bei unserer 1. Frauen und bei St. Klara geschehen."

 

1671 Barfüßerkloster ausführlich; Hilfe von außen durch Öffnen eines Türleins

Übrigens wurde auch das Barfüßerkloster im Jahre 1671 von einem Brandunglück getroffen, durch welches die Kirche und ein Teil der Findel zerstört wurden. Doch wurde letzteres bald wieder aufgebaut. Als jedoch am 1. Oktober 1671 die Barfüßerkirche samt einen Teil des Klosters abbrannte, wurde an ihrer Stelle in den Jahren 1682 - 1689 von den Architekten Johann Trost eine neu (jetzt abgebrochene) Kirche im damaligen italienischen Stil aufgeführt.

„Den 1. Oktober, daran ist die Fürther Kirchweih ein Ende genommen, in der Nacht um 4 Uhr ist in dem Zuchthaus (Findel H.A.) an dem Parfüßer Kloster und Kirche ein Feuer auskommen, welches so sehr über Hand genommen und den darin hangenden Tabak ergriffen, konnte niemand den Feuer recht beikommen, weil das Wasser auf der anderen Seite war, deswegen man stark anschlug und war bin Anfangs gar einer schlechte Rettung brannte also das Zuchthaus sehr lang, endlich ergriff das Feuer die vorderen Dachsparren, im Hof, an das Hl. Findelpflegers, Wilhelm Imhofs Behausung solches zu erhalten, geschah, auch von dem Brand erhalten wurde, sind indessen die Kreuzgänge abgebrannt, hernach um 7 Uhr der großen, um Mitternachtszeit, fing die Kirche völlig an zu brennen und brannte 5 Stunden, da wurde wiederum stark angeschlagen , indem fing das Türmlein auch an zu brennen, da ist das daran hangende Glöcklein herabgefallen, so konnte man nicht mehr, die zwei in die Kirche geführte Wasserkünste, wegen des eingefallenen Dachstuhles, welcher also brennend in die Kirche gefallen, und solcher die Stühle und Bänke zerschlagen und verbrannt hatte, samt vielen Getreid, so auf den Kirchenboden, oben unter dem Dache gelegen, und bei 580 Simmera gewesen, so war auch der Tabak, so im Zuchthaus in Blättern gehangen welcher auch verbrannt, bei 400 Zentner. Um 12.00 Uhr der großen, gegen den anbrechenden Tag, fing das in Kreuzgang, über 100 Zentner allda liegende Heu auch an zu brennen, da wurde zum 3. Male angeschlagen, welches in die Höhe gebrannt, und es war ein erschröckliches Feuer, welches man an weit entfernten Orten, als zu Milzburg, nahe bei Weißenburg hat sehen können, weil es windstill war, und währte solches Feuer die ganze Nacht , endlich wurde es gedämpft und gelöscht, dann aus dem Viatischen Haus und bei Jakob Edel wurden stets mit zwei Wasserkünsten daraufgespritzt, desgleichen waren in dem Viatischen Hause bei 200 Personen, welche an 4 Stiegen auf und ab standen und Wasser in den ledernen Eimern zulangten, endlich wurden die ermüdeten Leute , als nun solches Feuer wieder gelöscht worden, ab und nach Hause gelassen. In den nächstfolgenden Montag in der früh, um 2 Uhr unter der Früh-Predigt, da ist hinter dem Parfüßer Hauslein wiederum ein Feuer aufgangen, derowegen zum 4. mal angeschlagen wurde und die Burgerschaft wieder aufziehen musste, da wurde von jeder Burger Kompanie 4 Mann zur Rettung genommen, welches aber bald gelöscht worden, nachdem nun Kirche und Kloster völlig im Rauch aufgegangen, und das Zuchthaus nebst der Kirche sammt den Findelbuben ihren Betten und Kleidern verbrannt, ist am gedachten Montag in der Nacht um 3 Uhr wieder ein Feuer aufgangen, deswegen man um 4 Uhr das Wöhrder Türlein geöffnet, und auf die 200 Personen herein gelassen worden, welches aber bald gelöscht wurde, den Dienstag hernach sind unterschiedliche Feuer aufgangen, welche aber bald gelöscht wurden und man nicht mehr anschlagen brauchte."

 

1671 alte romantische Ägidienkirche

Egidienkirche

In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli brannte auch die alte romanische Aegidienkirche (mit Ausnahme einiger Kapellen) samt dazugehörigen alten Kloster und Gymnasium nieder. Letzteres konnte bereits 1699 wieder bezogen werden, die Kirche aber wurde erst 1711 bis 1718 gleichfalls nach italienischen Vorbildern neu aufgebaut und zwar von Gottfried Trost (+1730). Der Entwurf soll jedoch gleichfalls von seinem Vater Johann Trost herrühren. Auch wurde bei dem Brande der alten romanischen Ägidienkirche 1696 bei Abtragung des Schuttes zwischen zwei Quadersteinen in einem viereckigen Loch ein alter Zettel gefunden, auf dem gleichfalls das Gründungsjahr 1140 angegeben stand.

Egidienkirche

 

1676 Weidenmühle

„Den 11. Dez in der Nacht zwischen 6 und 7 Uhr, ist man auf der Weidenmühle, in einem alten Haus, allwo man die Stäffelein hinauf gehet ein Feuer entstanden, welches im Stall auskommen, darin der Müller seine Pferde hatte, welches samt vielen geflechten Gut, verbrannt, daraus mit harter Mühe die darinnen wohnenden 4 Zinsleute mit ihren Kindern entronnen sind, es war damals eine sehr kalte Nacht, und haben die Gostenhöfer gewaltige Rettung getan, weil man kein Tor, wegen den umliegenden Soldaten geöffnet hatte."

 

1679 Klaragasse Feuer und Einsturz; Tote und Verletzte

„Den 29. März früh, 2 Stunden vor Tag ist an der Klaragasse, gegen der St. Klara Kirche über, bei Andreas Zwansigers Beckenhausung, durch Verwahrlosung eines Knechts, welcher ein glühendes Scheit Birkenholz auf ein anderes Scheit geworfen, und zu Bette gegangen, indem nun das Holz anfing zu brennen, entstand ein großes Feuer dadurch das ganze Haus völlig von Grund an, samt 120 Simmra Getreid, so auf dem Boden war, verbrannt, sammt vielen Hausrat dem Becken und oben auf in Zinsen wohnenden Inwohnersleuten, nebst vielen Gütern, und gedachter Beck nebst seinen Weib, Gesind und Hausleuten sind retten können, unterdessen, als man große Rettung tat, fiel ein Schlot ein, der hatte zwei Dachdecker und einen Zirkelschmied über die Leiter hinuntergeschlagen, davon der eine Dachdecker etliche Stunden hernach gestorben, der anders aber ist unbeschädigt geblieben, der Zirkelschmied, so sehr verletzt, wurde in Spital gebracht und allda geheilet."

 

1679 „Auf der Walch"

„Den 1. Dez. zu Nacht um 1 Uhr ist auf der Walch an den Gäßlein, wo man in das Pfeifergäßlein gehet, bei einem Hafner ein Feuer auskommen, wurde durch große Rettung, ohne Anschlagen, bald gelöscht, wiewohl etliche Wasserkufen schon geleert und in den Gassen die Feuerpfannen entzündet worden."

 

1683 . Graßersgasse am „Zeughausbad"und hinter St. Jakob

„Den 20 Januar ist an der Graßersgasse am Zeughausbad, bei dem Bierwirt, in der Nacht ein Feuer auskommen, durch starkes einheizen, ist aber durch große Rettung, auch weil der Schlot gut gebauet, daß solcher nicht zersprang, bald wieder gelöscht worden, so sind die Leute, die in dem Bad gebadet, aus großer Furcht, nackend heraus gelaufen." „Den 23. Sept. in der Frühe, hat sich hinter St. Jakob ein Schlot so stark entbrannt, deswegen der Türmer auf dem Weißen Turm Feurio geblasen, ist aber bald wieder gelöscht."

 

1685 Imhof's Hinterbehausung

„Den 16. Juni in der Nacht, um Mitternacht ist gegen der goldnen Gans über, in Andres Imhof Hinterbehausung, auf dem Boden, durch Verwahrlosung einer Magd, welche einen Aschen, der noch warm, teils glühend gewesen, dahin geschüttet daraus ein Feuer entstanden, welches durch große Hilfe und Rettung bald wieder gelöscht und dazu schon aus der Peunt die Wassereimer geführt worden."

 

1696 Kirche in Wöhrd; bei Aufräumen zwei Tode

„den Donnerstag den 16. Juli Vormittags haben die Metzger an der abgebrannten Kirche angefangen zu räumen und die großen Steine über den Weg gebracht, haben sie Hanneß Geißler, einen Schweinstecher von Wöhrd Tod gefunden, welcher in das neuer Spital gebracht zu Abends nach Wöhrd getragen und am Samstag hernach begraben. Freitag den 17. Juli haben die Metzger wiederum geräumt und haben Caspar Kern, einen Dünchers Gesellen auch fremden Bierwirt, zum Mohrenköpflein allhier tot gefunden, welcher auch in den neuen Spital gebracht, am Samstag hernach wurde er von da auf den St. Rochus Kirchhof gebracht mit einer schönen Leichenprozession."

 

1699 „Neuen Gasse" 5 Häuser

„Den 17. Januar in der Nach zwischen 7 und 8 Uhr, ist in der Neuengasse, am Spitalkirchhof, in das sogenannten Grubers oder Viatisgässlein, bei Josef Daniel Geißel, Seidenfärber, in seiner Preßstube, ein unversehenes Feuer entstanden, dadurch gedachten Geißel seine vordere Behausung, im gedachten Gäßlein samt den daranstehenden Burkhart, Gürtlers Behausung, ferner das am Eck der neuen Gasse stehende A. Eyben, Tuchkrämers Behausung u das am anderen Eck, in der Neuen Gasse gedachtem Jh. Daniel Geißel, seines Sohnes Behausung, also 5 Häuser von oben herab, bis unten aus , völlig von Grund abgebrannt und hätte man an dem Grubersichen und Johann Georgs Freunds Haus genug zu retten, wie dann auch eins in der Gasse gegenüber stehendes Schachtelmacherhaus, auch schon anfing zu brennen, welches nebst noch anderen Häusern, die alle in großer Gefahr stunden, sind gerettet worden. Zu dieser Rettung sind zwei Kompanien, so im Lazarett im Quartier lagen, zum Einlaß herein gelassen worden."

 

1773 Weißgerber-Walkmühle (Nägeleinsmühle)

„Den 26. März in der Nacht kam in der Nägeleinsmühle Feuer aus, nebst der Polier- und Walkmühle brannte auch der Turm, worinnen das Wasserwerk für mehrere Springbrunnen in der Stadt sich befindet, es wurde bald wieder errichtet, der alte Turm war viereckig, der neuer wurde aber rund erbaut." Nach einem Brand 1773 entstand an seiner Stelle ein achteckiger hölzerner Turm von mehr als 20 Meter Höhe, dem dann nach dem nächsten Großfeuer von 1851 ein schlanker Sandsteinturm mit neugotischem Treppengiebel folgte

Nägeleinsmühle

 

1782 Würsching's Haus; Türmer schlafen; Löschwasser wird wegen Kälte angeheizt

„Den 12. Feb. früh um halb 3 kam bei Hauptmann Würsching hinter den Bergbauen zwischen dem Eck am Nonnen- oder Stadtknechtgäßchen und dem Drahtzieher Diezischen Haus Feuer aus und ist das Haus völlig abgebrannt und zwar von oben herab, weil die Türmer auf den Lorenzer und Sebalder Türmen geschlafen und alles Anstürmens ohnerachtet nicht erweckt werden konnten. Sie kamen in die Eisen. Das größte Wunder ist gewesen, dass diese Haus, das von Steinen war, zwischen beiden hölzernen Häusern auf den Grund abgebrannt, ohne dass die nebenstehenden auch verbrannten, obgleich eine ungeheure Kälte war , so dass man das Wasser in Kesseln warm machen musste, sonst hätte man keine Feuerspritzen brauchen können. Dieser Brand soll durch die eigene Tochter selbst angezündet und bei dem ausräumen ein Kästlein mit Silbergeschmied beiseite getan haben, welches viel Argwohn erweckt bis er nach etlichen Tagen entdeckt worden, sie auch eingestanden und in das Gefängnis gelegt unauffällig endlich im Zuchthaus gestorben ist.

Bemerkung: Stadtknechtsgässlein = heute Nonnengasse. Hinter vorletzter Mauer in der Nähe der Marstallbrücke und des (im alten Stadtgraben) Marstalls gelegen. Vermutlich wohnten dort Stadtknechte.

 

1790 Hadermühle

„Den 29. Jan. wurde zwischen 3 und 4 Uhr in der Frühe Feuerlärm geschlagen, da brannte es auf der Hadermühle in dem Kupferhammer. Die Welle brannte schon, wurde aber bald gelöscht."

Bemerkung: Die H. war eine große Mühlenanlage mit mehreren Werken.(Näheres zur H. siehe Draht Leon+Nbg.).

 

1801 Laufergasse Haus Forster

Den 2. Juni kam in der Nacht Feuer aus am Lauferschlagturm in dem Lebküchner Forsterischen Haus. Es kam in der Backstube aus und brannte das ganze Haus völlig aus, tat aber weil es 2 Feuermauern hatte keinen anderen Schaden." Innere Laufergasse 2 - Bei Lebküchner Forster.

Laufer Gasse

 

1802 Neutor Becken- und Pfragnerhaus; Helfer stirbt

„ Den 28. Mai kam Feuer aus dem Becken beim Neuentor und brannten beide Häuser, des Becken und des Pfragners Haus ab. Der Beck hieß Karl, der Pfragner Mittelmayer. Der Beck brachte Nichts heraus von seinen Sachen als das Hemd welches er anhatte. Der Pfranger hatte sehr vieles gerettet. Des Becken Sohn wollte sich durch ein Gitterfenster aus derBackstube, welches nach der Stadtmauer hinging, retten und zwang den Kopf in das Gitter hinein, konnte aber nicht mehr hinter noch vor sich, bis man dasselbe herausgehauen hatte, da man ihn herausgezogen, war er beinahe verbrannt. Man hoffte aber doch, dass er mit dem Leben davonkommen wird.  Es ist auch ein Rotgießergeselle dabei verunglückt, mit Namen Winter, der helfen wollte. Ein Schlot fiel um und zerschmetterte ihm den Kopf, er ist nach einigen Stunden gestorben."

Neutor

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