Eisenbahnunglück Siegelsdorf " 10 Juni 1928 "

Hilfeleistung beim Eisenbahnunfall am 10 Juni 1928 in Siegelsdorf.

Einsatzbericht der Berufsfeuerwehr Nürnberg

 

Die Hauptfeuerwache wurde erst um 3 Uhr 35 Min von dem Unglück durch die Reichsbahn verständigt Es rückten daraufhin unter Leitung des Branddirektors und des Brandingenieurs der Rettungswagen sowie der Lastwagen der Hauptfeuerwache mit 23 Mann zur Unfallstelle ab, wo sie gegen 4 Uhr 15 Min eintrafen. Wegen des sehr schlechten Weges konnte die letzte Strecke nur in verlangsamter Fahr zurückgelegt werden.

Eisenbahnunglück 1928

Bei Ankunft der Fahrzeuge der Feuerwehr waren in dem verunglückten Zuge nur noch 6 Passagiere vorhanden, die in dem unmittelbar auf der Lokomotive liegenden Wagen dritter Klasse, der am stärksten zertrümmert war, eingeklemmt waren. Hiervon waren 4 Männer bereits tot, ein Mann war kaum, ein junges Mädchen anscheinend schwer verletzt.

Eisenbahnunglück 1928

Die Feuerwehr übernahm sofort die Leitung der Bergungsarbeiten, die sich außerordentlich schwierig gestalteten, da diese 6 Personen fest aneinander und zwischen den Sitzen bzw. dem Boden des Wagens, fernerden Puffer der Lokomotive eingeklemmt waren. Zunächst musste der Boden des Wagens an dieser Stelle beseitigt werden, was wiederum erst nach dem Abschneiden der starken U-Eisenverbindungen im Fahrgestell möglich war. Dazu kam, dass infolge der unglücklichen Lage des Wagens auf den wiederum ein anderer Wagen gestürzt war, manche Teile sehr schwer zugänglich waren. Erst nach 3 ,5 Stunden ununterbrochener Arbeit war es möglich, zunächst den wenig verletzten, aber mit seinem Unterkörper zwischen den Beinen und Füssen der Toten eingeklemmten Mann aus seiner Lage zu befreien, nachdem einem der Toten das Bein abgenommen war. Auch das Herausholen der Toten, insbesondere eines zwischen den Puffern der Lokomotive eingeklemmten Mannes bot große Schwierigkeiten jedoch mussten diese erst überwunden werden, da unter ihnen das schwerverletze Fräulein mit ihrem Unterkörper eingeklemmt war. Gegen 8:15 Uhr konnte auch diese aus ihrer entsetzlichen Lage, allerdings in der Narkose, befreit werden.

Eisenbahnunglück 1928

 

Zu dem Eingreifen der Nürnberger Berufsfeuerwehr ist zu bemerken, dass einige Monate vorher zwischen der Reichsbahn und der Branddirektion ein Vertrag zwecks Hilfeleistung bei Eisenbahnunfällen in einem Umkreise von 18 km abgeschlossen worden war. Die zu einer erfolgreichen Durchführung der Hilfeleistung erforderlichen technischen und organisatorischen Maßnahmen, Bereithaltungen von Spezialfahrzeugen etc. waren jedoch noch nicht vollständig zum Abschluss gebracht. Jedenfalls hätte die Berufsfeuerwehr wesentlich früher am Platze sein können, wenn sie sofort benachrichtigt worden werden.

 Eisenbahnunglück 1928

Der Präsident der Reichsbahndirektion sprach in einem Schreiben an den Stadtrat für die bewunderstwerte und selbstlose Aufopferung der Berufsfeuerwehr bei der Bergung der Toten und Verwundeten sowie für alle aufgewandte Mühe seinen herzlichen Dank aus.

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