Eroberungen der Stadt Nürnberg

Ausschnitte aus einem Aufsatz

von Helmut Adler

über den Brand im Ledererviertel

Die in unserer Zeit häufig zu hörende Aussage, Nürnberg sei nie niedergebrannt, erobert, besetzt oder zerstört worden (sieht man vom 2. Weltkrieg einmal ab) stimmt bei genauerer Betrachtung so aber auch nicht. Zumindest aus früheren stadtgeschichtlichen Zeiten wird berichtet:

Als der junge Heinrich V. 1104/1105 daranging, seinen Vater Heinrich IV. vom Thron zu stoßen (...) deswegen fand die Auseinandersetzung einen ihrer Brennpunkte im castrum Norenberc; es wurde nach zehnwöchiger Belagerung mit schweren Zerstörungen im Jahre 1105 schließlich erobert. (...) Das castrum blieb auch nach Ende der Salier umkämpft. (...) Die Kämpfe mündeten in zweimalige Belagerungen mit abermaligen schweren Zerstörungen, wobei sich der König durchsetzte. Eine erste Belagerung erfolgte im Sommer 1127, als Lothar III. (...) gegen das von den Staufern besetzte Nürnberg vorging, ohne es freilich einnehmen zu können. (...) Erst in einer zweiten Belagerung gelang es ihm, im Jahre 1130, seine Ansprüche durchzusetzen.1

Mußte der alternde Kaiser (Heinrich IV. H.A.) von seinem zweiten Sohn Heinrich V. erleben. Dieser eroberte 1105 Würzburg und zog darauf gegen Nürnberg, das er zwei Monate belagerte, bis der alte Kaiser selbst, nicht im Stande Ersatz zu bringen, den von Hunger bedrängten Verteidigern sich zu ergeben befahl. Das geschah zwar durch Vertrag, wie uns ein gleichzeitiger Geschichtsschreiber zu berichten weiß. Derselbe Schriftsteller spricht nun zwar ausdrücklich von der Burg (castellum) Nürnberg und von ihrer Belagerung durch den jungen Heinrich. Dann aber, als er die Übergabe erwähnt, entschlüpfen ihm die Worte: "Die Städter (oppidani) übergaben die Stadt (oppidum) durch Vertrag." (...) daß die Auffassung Nürnbergs als eine Stadt damals schon eine geläufige, daß es schon mehr als ein bloßer, offener Flecken war. (...) Können wir uns aber eine Stadt ohne Mauern (mögen sie noch so primitiv gewesen sein) nicht denken, so muß auch schon die Stadt bei jener Belagerung in Mitleidenschaft gezogen worden sein. 4

"Sie hatte einen Umfang wie der heutige Bau und reichte vielleicht sogar bis ins neunte Jahrhundert zurück", erklärt die Wissenschaftlerin, die bei den Grabungen auf eine dünne Asche- und Schuttschicht gestoßen war. Sie interpretiert diesen Fund so: Die Burg habe den damals mächtige Markgrafen von Schweinfurt gehört, die mit Kaiser Heinrich II. im Streit lagen. Der letzte Ottonen-Herrscher habe die Burg niedergebrannt, die Besitzungen der Markgrafen eingezogen und eine neue Burg errichten lassen. Dieses Schicksal wiederholte sich später - u. a. im Jahr 1130, als der noch nicht fertig gestellte Saalbau zerstört wurde. Dabei waren die Bleiplatten des Dachs geschmolzen, sie kamen als Geschenk ins Kloster Heilsbronn. Die Mönche verarbeiteten das Material zu Kanalrohren weiter.

(Die Burg - Beitrag in NN vom 29.03.2007)

Quellenhinweis

  1. Alois Schmid - Nürnberger Forschungen Bd. 29 -
  2. Zitate entnommen aus Nürnberger Altstadtberichte Nr. 29 - Erich Mulzer -
  3. Sammlung/Chronik - Horst Gillmeier -
  4. Geschichte der Reichsstadt Nürnberg – Dr. Emil Reicke -
  5. Franz Wolfermann 1903

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