Stadtbrände

Ausschnitte aus einem Aufsatz

von Helmut Adler

über den Brand im Ledererviertel

Viele deutsche Städte wurden im Mittelalter von verheerenden Feuersbrünsten heimgesucht (12.-14. Jh.), man spricht deshalb auch von der Zeit der großen Stadtbrände.

So brannte z. B. 1152 Regensburg fast vollständig und im gleichen Jahrhundert noch einmal, im12. Jh. Lübeck gleich mehrfach, einmal sogar bis auf 5 Häuser ab. Im Verlauf des 14. Jh. ging Straßburg sogar acht Mal in Flammen auf. Nürnberg allerdings sucht man in dieser langen Litanei (fast jede deutsche Stadt kann man dort finden) vergebens.

Der Chronist Dr. Emil Reicke schreibt über große Stadtbrände in Nürnberg:

Daher kam es auch, daß die Nürnberger Chroniken von Feuersbrünsten nicht gerade übermäßig viel zu erzählen wissen. Wir hören wohl in jedem Jahr von einer oder zweien, auch wohl von dreien, aber sie sind in ihrer Ausdehnung meist beschränkt. Große Stadtbrände kamen überhaupt nicht vor. Und doch waren damals auch in der inneren Stadt die meisten Häuser noch aus Fachwerk und selbst bei den ganz aus Stein gebauten Häusern der vornehmeren Leute barg das Holzwerk der hohen Dachstühle eine große Gefahr für die Verbreitung eines Feuers in sich.

Es liegt wohl an seiner Auslegung was wir unter großen Stadtbränden verstehen dürfen, denn an anderer Stelle berichtet der Stadtchronist Reicke:

Eine andere wichtige und alte Straße sieht Essenwein in der Bergstraße, die von seiner Ansicht nach schon damals (wenn auch natürlich nicht in seiner heutigen Gestalt) bestehenden Tiergärtnerthor in südlicher Richtung ausging. Zu den Seiten der beiden Straßen zwischen und neben ihnen liefen die engen, winkeligen Nebengässchen hin, von Holz- oder höchstens Fachwerkhäusern eingeschlossen, deren Bauart wir uns nicht primitiv genug denken können. Wie so oft und wie gefährlich mögen Feuersbrünste in ihnen gewütet haben! Daher sind auch keine Reste von ihnen erhalten. 4

Heute wissen wir, in früheren Zeiten Nürnbergs wurden ganze Häuserzeilen durch zerstörerische Brände in Schutt und Asche gelegt, ebenso sind große Feuersbrünste in Kirchen, Klöstern und Mühlen belegt. Von einer, die ganze Stadt vernichtenden Brandkatastrophe, einem Stadtbrand aber, wird nicht berichtet.

Eine große Feuersbrunst zu Beginn der Neuzeit in der Ledergasse hätte, wie viele Brände vorher schon, dazu auswachsen können.

Quellenhinweis

  1. Alois Schmid - Nürnberger Forschungen Bd. 29 -
  2. Zitate entnommen aus Nürnberger Altstadtberichte Nr. 29 - Erich Mulzer -
  3. Sammlung/Chronik - Horst Gillmeier -
  4. Geschichte der Reichsstadt Nürnberg – Dr. Emil Reicke -
  5. Franz Wolfermann 1903

Aktuelles
29.04.2017
Fürth
30.04.2017
Modellbautage im KAT-Zentrum, das FW-Museum stellt Oldtimer aus

08.05.2017
Nürnberg
18:00 Uhr
Vereinsstammtisch in der Gaststätte Gartenheim in der Gartenkolonie Hintere Marktstraße gegenüber Hausnr. 7. Jeder Interessierte ist herzlich willkommen.

1451415
 
Impressum