Zelluloidfabrik  Geb. Wolff  "4. Juni 1925"

Der erste Bericht schildert den schwersten Brand am Vorabend zu den Jubiläumsfeiern - fünfzig Jahre BF- 

Zelluloidfabrik Geb. Wolff

Am 4. Juni 1925 10 Uhr 53 min. vormittags lief auf der Westwache der Privatmelder der Zelluloidwarenfabrik Gebr. Wolff, Fürtherstraße 176, ein. Gleichzeitig wurde noch ein benachbarter Feuermelder gezogen und durch Polizei bzw. Staats­fernsprecher an die Hauptwache Großfeuer gemeldet. Da das Fabrikanwesen in dem Ausrückverzeichnis für die Lösch­züge als "Mittelfeuer" bezeichnet ist, rückten ohne weiteres die Züge der West- Hauptwache nebst Schlauchwagen zur Brandstelle ab, denen eine Minute später auf die telefonischen Meldungen bzw. die Mitteilung des Vestnertortürmers, dass er eine starke Explosion wahrgenommen habe, auch der Zug der Ostwache folgte. Das Gebäude ist aus Eisenbeton hergestellt, der vollständig aus Holz bestehende Dachstuhl war mit einer Rabitzdecke abgetrennt, die Mauern aus Backstein. Die Mehrzahl der Türen waren feuersicher, standen aber wegen des heißen schwülen Tages offen.

Zelluloidfabrik Geb. Wolff

Entstehungsursache des Brandes: Vermutlich Rauchen im Dachstuhl. Dadurch gerieten dort gelagerte Celluloid- und Fertigwaren in Brand (ca.16 000 Kg). Nach Ausbruch des Feuers ist die im Dach­stuhl beschäftigt gewesene Arbeiterin geflüchtet, ohne die Tür hinter sich zu schließen. Infolgedessen konnte sich das Feuer blitzartig wegen der offen­stehenden Türen auf alle Stockwerke verbreiten.

 Zelluloidfabrik Geb. Wolff

Bei Eintreffen des Löschzuges der Westwache stand bereits das ganze Gebäude in voller Ausdehnung in Flammen. Eingesetzt waren die 3 Löschzüge von West - Haupt- und Ostwache einschließlich Schlauch­wagen, Vornahme von insgesamt 5 B- und 10 C- Leitungen. Trotz der rasanten Entwicklung des Feuers konnten sich alle be­schäftigten Personen (ca. 120 - meist Arbeiterinnen) über das offene Treppenhaus, das auf Anordnung der Branddirektion hergestellt wurde, retten.

 

Zelluloidfabrik Geb. Wolff

5 Feuerwehrleute mussten wegen Rauchvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden, woraus sie jedoch aus eigenen Wunsch wegen des bevorstehenden Jubiläums der Berufs­feuerwehr am nächsten Tage wieder entlassen wurden. Ein Feuerwehrmann jedoch scheint eine ernsthafte Schädigung seiner Gesundheit erlitten zu haben.

Durch das Offenstehen der Türen bildeten sich Stichflammen von derarter Gewalt, dass sie bis zu dem 25 m entfernten Wohnhaus Pestalozzistr. 16 hinüber schlugen wo Blumenkästen Feuer fingen und Fensterscheiben sprangen.

Weitere Vorkommnisse aus früheren Zeiten. Alle stehen für die Brandgefährlichkeit dieses Stoffes, aus welchen auch die damaligen Filme bestanden und quasi von selbst (Sauerstoffträger) weiter brannte und sehr, sehr schwer gelöscht werden konnte. Später wurden sog. Sicherheitsfilme verwendet und damit die Feuergefährlichkeit reduziert.

14. August 1915    Zelluloidfabrik Gebrüder Wolff

Arbeitsräume im I. Stock und Arbeitsräume in den drei Obergeschossen des südöst­lich angrenzenden Gebäudes vollständig ausgebrannt. 3 Löschzüge, 9 Schlauchleitungen.

Zelluloidfabrik Geb. Wolff

Die im Gebäude beschäftigte Arbeiterschaft konnte sich trotz des raschen Umsichgreifens des Feuers retten, da für jeden Arbeitsraum zwei gesicherte ins Freie führende Ausgänge zur Verfügung standen.

Nur der 18jährige Sohn des einen Geschäftsinhabers, der bereits ins Freie gelangt war, ging nochmals ins brennende Gebäude zurück und zog sich tödliche Brandwunden zu. Ein Werkmeister, ein Arbeiter und eine Arbeiterin überlebten mit schweren Brandwunden. Die Entstehungsursache des Feuers wird in Selbstentzündung der zum Trocknen aufgehängten Zelluloidplatten vermutet.   

20. August 1904   Zelluloidfabrik Gebrüder Wolff 

Am 20. August früh 8 Uhr entstand in der Celluloidfabrik von Wolff in der Fürtherstraße ein sehr gefährliches Feuer, welches durch die gelagerten Celluloidwaren und Rohstoffe in kürzester Zeit sich über die Arbeitsräume der Fabrik verbreitete.

Der Feuerwache West in Gemeinschaft mit einem Halbzug der Hauptfeuerwache gelang es in kurzer Zeit, das Feuer zu löschen.

 

Weitere Beispiele von Bränden dieser Art:

27. Sept. 1903  Celluloidfabrik Sengfelder

Obere Kanalstr. 17,

1 Feuerwehrmann durch Stichflamme von Leiter geschleudert und schwer verletzt. 3 Personen über Leitern gerettet.

21. April 1911  Celluloidfabrik Guckenheimer 

Knauerstr. 27 Feuer Rückgebäude.

Das in der Mansarde beschäftigte Personal musste sich über die eiserne Rettungsleiter in Sicherheit bringen. 6 Schlauchleitungen mit 3 Löschpfosten.

 

 

 

 

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